Wie der Black Domina 98 Klon selektiert wurde

Black Domina 98

Der Black Domina 98 Eliteklon, in der spanisch sprechenden Community auch als “La Barraquera” bekannt, kommt aus dem Sweet Seeds-Umfeld, bereits vor der Gründung der Samenbank. Einer der Gründer, Manolo, erzählt uns, wie die Selektion durchgeführt wurde.
Manolo betrieb eine bekannte Rockbar namens Gabba Gabba in Valencia, wo lokale Rocker verkehrten und eine Gruppe von Leuten, die Cannabisgenetiken sammelten. Unter den Gästen der Bar waren einige Haschraucher, die zeitweilig Cannabis anbauten und sich an der Qualität der Pflanzen orientierten, die von den Sammlern konsumiert wurden. Ein Punkrockerpaar liebte die Musik von Bands wie Ramones, The Misfits und The Cramps. Und der Typ, Miguel, sagte Manolo, er beabsichtige mit dem Anbau von Cannabispflanzen zu beginnen und benötige Rat und Hilfe, damit sein erster Indoor-Anbau zu einem Erfolg werde. Der erste Rat von Manolo war, es mit einer Bank zu versuchen, die einen guten Ruf habe und Samen zu verwenden, die sich für den Innenanbau eigneten. Seinerzeit waren alle bekannten Samenbanken holländisch. Er zog einen Sensi Seeds-Katalog mit den Pflanzensorten hervor, den er hinter seinem Bartresen zu liegen hatte. Miguel fühlte sich als Punkrocker von dem Namen “Black Domina” angezogen, da er in ihm das Bild einer schwarzen Domina mit Lederstiefeln und Peitsche wachrief.

Selektion

Er kaufte dann eine originale Samenpackung, was damals wirklich teuer war. Ein weiterer Tipp von Manolo lautete: “Samen sind sehr teuer, also betreibe den Anbau kontinuierlich, und du könntest vielleicht auch auf eine exzellente Einzelpflanze stoßen. Wenn die Pflanzen sich in der vegetativen Phase befinden, nimm von jeder zwei Stecklinge. Und falls du bei der Ernte eine findest, die dir besonders gefällt, hast du sie für immer.” Nachdem er diese Tipps bekommen hatte, begann Miguel seine eigenen Cannabispflanzen anzubauen.
Manolo erzählt weiter, dass später etwas passiert sei, an das er sich sein Leben lang erinnern werde: “Eines Tages saß ich in meiner Bar und plötzlich roch ich eine Duftwolke von Gras exzellenter Qualität. Ich wandte mich um, um zu sehen, woher dieser fantastische Geruch kam. Meine Bar war groß und etwa 10 Meter von mir entfernt saß Miguel rauchend am Tresen. Ich fragte ihn: “Was ist das für ein Hasch, das du rauchst, mit diesem vorzüglichen Aroma?” Er antwortete, das sei die Black Domina, die er schon geerntet und getrocknet habe. Ich fragte ihn, ob er Stecklinge hätte und er sagte ja. Er brachte mir vier Klone, die er besonders lieb hatte. Ich wählte aus diesen vieren den einen aus, der seinen Geschwistern deutlich überlegen war; diese Pflanze ist heute bekannt als Black Domina ’98. In jenen Tagen war es nicht einfach, eine so gute Mutterpflanze ausfindig zu machen. Die meiste Zeit, in der man etwas Bestimmtes sucht, findet man es doch nicht. Also erst gar nicht danach suchen! Es ist einfach so, dass sich gute Pflanzen zufällig finden, du weißt nie, wann oder wo das passieren wird, aber früher oder später stößt du auf exzellente Genetiken, von denen du dich nie mehr trennen willst.“
Sie wurde 1998 selektiert, daher die allgemein bekannte Bezeichnung Black Domina ’98. Manolo: “Dieser Name könnte von alten Fotos einiger Bonsai-Mütter kommen, die ich zu Cannabis-Foren hochlud; 1998 beschriftete ich ihre Aufkleber, wobei ich immer das Jahr angab, in dem ich die Mutter produzierte, um das Alter im Auge zu behalten. Nun begann ich Stecklinge unter den Sammlern zu verbreiten, mit denen ich Genetiken austauschte, und diese Pflanzen erreichten bald die Growshops in Valencia. Wir sammeln Genetiken und ein wesentliches Interesse besteht darin, sie untereinander auszutauschen. Damals kam es uns nicht darauf an, möglichst viele Leute zu erreichen; unser Ziel war vielmehr, Pflanzen unter uns zu teilen, damit die wichtigsten Genotypen nicht verlorengehen. Dieser Klon begann sich in Valencia und Umgebung rasant auszubreiten, und die Cannabisgrower mochten in von Anfang an sehr. 2003 gewann er den Preis der Publikumsjury bei einem Wettbewerb, der von der wichtigsten valencianischen Assoziation “La Barraca de María” organisiert worden war – daher bekam diese Sorte den Spitznamen “La Barraquera”. Ihr Ruf verbreitete sich weiter, zunächst auf nationaler Ebene, und dann, als viele Samenbanken wie die unsere begannen, sie zu nutzen, um Samen 
dieser Art zu erzeugen, erfuhr sie internationale Anerkennung.
Black Domina 98 2

Suche nach dem 
eigenen Eliteklon

Nachdem er geschildert hatte, wie Black Domina entdeckt worden war, fuhr Manolo fort: “Obwohl ich zur Zeit ein Saatgut-Verkäufer bin (eine weitere Tätigkeit neben dem Sammeln von Genetiken), möchte ich jeden dazu ermutigen, nach Genetiken Ausschau zu halten und sie in Form von Klonen zu sammeln. Ich möchte betonen, dass jeder einen großartigen Eliteklon entdecken kann, es ist nicht so schwierig. Jeder Grower mit ein wenig Neugierde für die Erkundung neuer Genetiken und genügend Sensibilität im Hinblick darauf, was sie mögen, könnte über Eliteklone stolpern, also Pflanzen, die sie keinesfalls verlieren möchten. Da verstehe ich im Grunde genommen unter “Eliteklon”.
Es ist nicht etwas Unereichbares. Die meisten Grower finden keine Eliteklone, weil sie es nicht versuchen; denn heute gibt es eine große Menge bereits vorselektierter Klone auf dem Cannabismarkt, und sie sind mit ihnen glücklich. Wenn jeder nach Eliteklonen suchte, würde dies zu einer Verbesserung des Genpools und von Cannabis im Allgemeinen führen. Viele Leute glauben, es sei unwahrscheinlich, auf einen Eliteklon zu stoßen und tendieren zu der Ansicht, diese Sache sollte man besser den Samenbanken überlassen.
Nun, ich habe viele meiner Lieblingssorten in den ersten Jahren meiner Anbauerfahrungen gefunden und seit damals immer die Pflanzen, die ich mochte, behalten.”
Was den Unterschied bei der Selektion von regulären und feminisierten Pflanzen angeht, beteuert Manolo, dass es keinen Unterschied gibt: “Zu sagen, es ließen sich nur mit Eliteklonen, die von regulären Pflanzen genommen werden, gute Selektionen durchführen, bedeutet purer Cannabis-Talibanismus, als wäre jede Innovation eine üble Sache. Ein Eliteklon ist eine Pflanze, von der man einfach nicht mehr loskommt, ob regulär oder femisiert. Eine feminisierte weibliche Pflanze ist genetisch identisch mit einer weiblichen regulären Pflanze. Ich weiß dies nicht nur aufgrund meiner Kenntnisse über Genetik, sondern auch wegen meiner jahrelangen Erfahrung. Um neue Sorten zu züchten, habe ich immer Eliteklone – von feminisierten und regulären Samen stammend – aufbewahrt und verwendet, und sie verhalten sich völlig gleich, es gibt keinen genetischen Unterschied zwischen diesen beiden Arten weiblicher Pflanzen. Ein Beispiel: Die Blue Monster, von welcher die Eigenschaften der Cream Caramel herkommen, ist eine feminisierte Pflanze, die aus der Kreuzung einer Black Domina ’98 mit einer 1999 Blueberry-Selektion hervorgegangen ist. Wir halten diese Blue Monster nun schon mehrere Jahre lang sowohl in der Cream Caramel Version als auch in der Auto-Version. Sie ist einfach ein großartiger Eliteklon. Auch dass Selektionen nur mit feminisierten Pflanzen gemacht werden müssen ist eine Falschmeldung!”

Eigenschaften

Zweifellos hat Sensi Seeds für die Züchtung dieser Varietät Afghani-Genetik verwendet. Der ’98 Klon ist einfach anzubauen, robust, mit einem durchschnittlichen bis hohen Ertrag und einen sehr starken, angenehmen, moschusartigen Aroma. Die Länge der Internodien ist sehr kurz, die zentrale Cola herausragend, die Seitenzweige sind kurz und stabil. Die Blütenstände sind dicht und sehr harzig, wirklich von einer guten Qualität.
Eine typische Indica-Pflanze, gut für den Innenanbau geeignet, auch für draußen, aber sie wird sich als ein mit Harz vollgepacktes Biest herausstellen. Auch wenn Harz im Überfluss vorhanden ist, so ist die wesentliche Eigenschaft, wegen welcher der Klon ’98 selektiert wurde, der intensive, hervorragende Duft.
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Abstammung

Dieser Eliteklon ist eine Pflanze mit sehr charakteristischen Eigenschaften, was ihn zu einem Musterbeispiel einer Indica macht. Aus diesem Grund wollte Sweets Seeds mit ihm Tests durchführen – genauer gesagt, es wurde eine “S1” oder Selbstbestäubung in der ersten Generation vollzogen, um zu verhindern, das fremdes Erbgut eingeschleust wird, welches die interessanten Eigenschaften abschwächen würde. Das Ergebnis war S.A.D.-S1, kurz für for Sweet Afghani Delicious S1® (Strain SWS02). Die Selbstbestäubungsmethode funktioniert normalerweise wunderbar mit homogenen Sorten, andernfalls gäbe es bei den Nachkommen zu viel Variabilität. Die Homogenität von S.A.D.-S1 zeigt, dass Black Domina ’98, mit der die Samenbank startete, eine gut stabilisierte Genetik war.
Sweet Seeds verwendete auch Black Jack® (SWS01), eine Selektion von Jack Herer gekreuzt mit Black Domina ’98. Diese Pflanze ist eine F1, da sehr unterschiedliche Sorten miteinander gekreuzt wurden, so dass ihre Hybridenvitalität sehr viel höher ist als die der SAD-S1. Das sehr süße, schwere Aroma der Domina ist präsent, auch die säulenförmige Form, die dichten Blüten und kurzen Internodien wurden von ihr vererbt, während Jack Herer ein Weihraucharoma mit einer Spur Zitrus, größere Seitenzweige und eine höhere Blütenproduktion beisteuerte.
Eine weitere wichtige Sorte mit Black Domina-Erbgut ist Cream Caramel® (SWS04), eine der am meisten prämierten Pflanzen in Spanien, der Black Domina ihre Eigenschaften über ihren Blue Monster Eliteklon weitergab. Black Domina ist teilweise auch in der Moham Ram® (SWS09) Genetik enthalten, bei der SAD-S1 mit einer White Widow gekreuzt wurde, um das Endprodukt mit einem problemlosen Wachstum, einer schnellen Blühphase und Blütenfarbtönen zu versehen. Black Domina wurde auch für mehrere Automatik-Sorten von Sweet Seeds verwendet wie Moham Ram Auto® (SWS32), Cream Caramel Auto® (SWS22), S.A.D. Auto® (SWS24), Black Jack Auto® (SWS21) und Blow Mind Auto® (SWS57), wobei Rückkreuzungen durchgeführt wurden, um ihre Eigenschaften zu stabilisieren.
Außer von Sweet Seeds (die erste Samenbank, die Nachkommen dieser großartigen Selektion von Black Domina verkauft hat) wird sie heute von vielen andeten Samenbanken genutzt, denn ihre unglaublichen Vorzüge machen sie zu einem der beliebtesten Klone bei den iberischen Züchtern. Beispiele sind u.a. Sugar Black Rose von Delicious Seeds, Black Dream von Eva Seeds, Anesthesia von Pyramid Seeds, La Moreneta von Pepita Seeds, Karibeña von Kannabia Seeds, Black Dance von Reggae Seeds und Royal Domina von Royal Queen Seeds.
Text: H. Madera

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