Cannabis News Deutschland, Schweiz und Österreich

Nachrichten

Coffeeshop am Görli geht in nächste Runde

Wie wir schon öfter berichtet hatten, hat das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg im Juni dieses Jahres beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Antrag auf Einrichtung einer Cannabis-Abgabestelle gestellt, der drei Monate später vom BfArM abgelehnt worden war. Der Antrag sei rechtlich unzulässig, außerdem müsse sich zunächst die politische Lage verändern, hieß es in der Begründung dazu. Jetzt hat das Bezirksamt fristgemäß Widerspruch gegen den negativen Bescheid eingelegt und eine Pressemitteilung auf der Internetseite des Bezirksamts veröffentlicht (Pressemitteilung Nr. 153 vom 10.12.2015). Darin erläutert Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Die Grünen): „Das BfArM hat es versäumt, sich mit den Kernaspekten unseres Vorhabens – der im öffentlichen Interesse liegenden Sicherstellung des Jugend-, Gesundheits- und Verbraucherschutzes – in angemessener Weise auseinanderzusetzen. Der Argumentation der Behörde, dass ein regulierter Verkauf von Cannabis durch staatliche Behörden mit dem Schutzzweck des BtMG nicht vereinbar ist, können wir nicht folgen“. Bleibt abzuwarten, was mit dem Widerspruch erreicht werden kann. Quelle und Pressemitteilung: www.berlin.de

Mary Jane in Berlin

Nachdem sich in Deutschland jahrelang in Sachen Hanfmesse nichts regte, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse in dieser Hinsicht. Zuerst startete Bayerns Hanfmesse Cannabis XXL in München, kurz darauf wurde für den November ein Pendant namens Canna Berlin in der Bundeshauptstadt angekündigt, das aber nie stattfand. Jetzt lädt ein neues Organisatorenteam zu einer weiteren Berliner Cannabismesse ein, zur Mary Jane Berlin nämlich, die vom 20. bis 22. Mai 2016 stattfinden soll. Veranstaltungsort ist der Postbahnhof Berlin, ein detailliertes Programm ist zu Drucklegung dieser Ausgabe noch nicht fertig gewesen. Immerhin wird die Messe als „Deutschlands größte Hanfmesse“ angekündigt – auf mehr als 3000 Quadratmetern sollen dort möglichst viele Aussteller aus dem Cannabis-Business ihre Angebote feilzubieten. Wir dürfen gespannt sein. Informationen und Quelle: maryjane-berlin.com

LEAP Deutschland gegründet

Jetzt ist es amtlich, die LEAP Deutschland ist vor Kurzem gegründet worden. LEAP steht für Law Enforcement Against Prohibition (zu Deutsch: Strafverfolger gegen die Prohibition) und ist seit vielen Jahren in den USA aktiv. Mit der Organisation bekennen sich Juristen, Polizei- und Vollstreckungsbeamte als Gegner des internationalen War on Drugs – eine veränderte Drogenpolitik würde in den Augen der Aktivisten eine menschlichere Gesellschaft und ein verbessertes Miteinander begünstigen. Am 16. Dezember des vergangenen Jahres wurde deshalb im Berliner Reichstagsgebäude des Bundestages auch die deutsche Dependance der LEAP gegründet. Mitglieder des Vorstands sind unter anderem der ehemalige Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber und der Ex-Polizist und Drogenfahnder Frank Tempel, der heute in der Politik aktiv und Mitglied des Bundestags ist. Seit Ende des vorigen Jahres ist auch die Website des Verbands online und versorgt interessierte Polizisten, Richter und Staatsanwälte mit zahlreichen Informationen rund um die Ziele der deutschen LEAP. Quelle und viele weitere Infos: www.leap-deutschland.de

Gras von der Partei

Die satirische Partei „Die Partei“, bekannt vor allem durch ihren führenden Kopf, Ex-Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn, bringt immer wieder die heftigsten Schoten – auch wenn es um Aktionen für die Freigabe und Relegalisierung von Cannabis geht. Jetzt haben Mitglieder der Vereinigung unter Leitung des Partei-Landtagsabgeordneten Christian Treder mitten auf dem Marktplatz in Göppingen einen Stand aufgebaut und dort Gras zum Verkauf angeboten. Der Clou: Es handelte sich um normales Wiesengras, das die Aktivisten in Tütchen eingepackt und mit Namen wie „Healing Haze“ und „Purple Manzen“ beschriftet hatten. Die Partei wollte damit allerdings weniger einen Scherz machen, als vielmehr die Bürger für das Thema sensibilisieren, wie die Südwestpresse am 13. Dezember berichtete. Quelle: www.swp.de

Cannabis-medizin in der Schweiz

Manfred Fankhauser ist ein engagierter Apotheker und Forscher aus dem Schweizerischen Langnau. In einem höchst interessanten Interview, das Fankhauser der Deutschen Apotheker-Zeitung gegeben hatte, erzählt er von seinem Einsatz für Medizinalcannabis in der Schweiz. So ist der Inhaber der Langnauer Bahnhofsapotheke der einzige Schweizer, der Präparate auf Cannabisbasis herstellen und an Patienten weitergeben darf. Fankhauser ist außerdem ein guter Fürsprecher für eine Veränderung innerhalb der Drogenpolitik. Er ist glaubwürdig, integer und vertrauenserweckend. Und er nimmt den Menschen die Angst vor dem Hanf. Im Interview erklärt er zum Beispiel, dass jemand, der kifft, im Grunde täglich eine Cannabis-Überdosierung anstrebt, wohingegen Cannabis-Patienten mit ihren therapeutischen Dosierungen weit von derartigen Zuständen entfernt seien. Für die Schweiz ist Manfred Fankhauser in dieser Hinsicht ein Segen, weil er mit dem „Hanfproblem“ so normal und nüchtern umzugehen in der Lage ist. Quelle: www.deutsche-apotheker-zeitung.de

Hanfiges in Österreich?

Wie steht es eigentlich um die Cannabisdebatte in Österreich? Sicher, die Freigabe des Krauts für den Freizeitgenuss wird wohl so schnell auch hier nicht kommen. Etwas anderes ist es jedoch mit der Nutzung des Cannabis als Medikament. Das Online-Magazin Salzburg24.at hat sich vor Kurzem mit der Frage auseinandergesetzt, wie es um die Legalisierung von Hanf für therapeutische Zwecke bestellt ist. Herausgekommen ist ein kleiner Artikel mit Stellungnahmen von Toni Straka vom Österreichischen Hanfinstitut, der deutlich macht, dass sich erst auf den Führungsebenen der Politik etwas ändern muss, bevor die Hanfdebatte vernunftbasiert geklärt werden kann, von Rechtsanwalt Arthur Machac, der jedoch glaubt, dass es sobald keine Neuerungen in der Österreichischen Hanfpolitik geben wird, und von Willi Wallner vom Salzburger Cannabis Social Club, der sich dafür einsetzt, dass eine Legalisierung möglichst bald in greifbare Nähe rückt. Quelle: www.salzburg24.at

Österreich: Neue Cannabis-Verordnung jetzt in Kraft

Seit dem 1. Januar ist die neue Cannabis-Verordnung Österreichs in Kraft getreten. Demnach wird der Besitz von Cannabisprodukten bis zu einer gewissen Menge (20 Gramm reines THC) nicht mehr als Straftat gewertet und auch entsprechend nicht zur Anklage gebracht (Soft Secrets berichtete bereits). Wer also ab jetzt mit einer geringen Menge Gras oder Haschisch erwischt wird, muss nicht mehr davon ausgehen, automatisch von der Staatsanwaltschaft zu hören, sondern sich lediglich der Gesundheitsbehörde stellen. Das allerdings ist wieder mit repressiven Maßnahmen verbunden, denn die Behörde entscheidet letztlich, ob das Verfahren fallengelassen, ob eine Therapie angeordnet oder ob die Staatsanwaltschaft doch am Ende informiert wird. Viel gewonnen ist mit der neuen Verordnung also nicht. Cannabiskonsumenten sehen sich weiterhin der Willkür der Behörden ausgesetzt. Eine einzige Mogelpackung ist das also. Schade drum. Quelle und Infos: www.hanfverband.de

 

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