Legalisierung? Nein, danke! - Den War on Drugs

Es ist Winter. Wir sitzen in Basel, der Schweizer Großstadt in Deutschlands Grenznähe und wärmen uns bei einem leckeren Chai in irgendeinem Café. Uns gegenüber sitzt ein Herr – man muss tatsächlich Herr sagen – denn schon rein äußerlich gehört dieser Mann eher zu einer Gesellschaftsschicht, die man als gehoben bezeichnen will. Er nennt sich Pete und ist bereit, mit uns über sein Leben zu sprechen. Und das hat es in sich. Denn Pete ist ausgemachter Cannabis-Fan. Aber er ist auch einer der Gegner der Cannabislegalisierung, und damit ein Befürworter des War on Drugs. Und wieso das so ist, erzählt er uns jetzt selber.

Es ist Winter. Wir sitzen in Basel, der Schweizer Großstadt in Deutschlands Grenznähe und wärmen uns bei einem leckeren Chai in irgendeinem Café. Uns gegenüber sitzt ein Herr – man muss tatsächlich Herr sagen – denn schon rein äußerlich gehört dieser Mann eher zu einer Gesellschaftsschicht, die man als gehoben bezeichnen will. Er nennt sich Pete und ist bereit, mit uns über sein Leben zu sprechen. Und das hat es in sich. Denn Pete ist ausgemachter Cannabis-Fan. Aber er ist auch einer der Gegner der Cannabislegalisierung, und damit ein Befürworter des War on Drugs. Und wieso das so ist, erzählt er uns jetzt selber.

Hey, Pete, interessant, dich kennen lernen zu dürfen. Du bist ja mal ein ganz anderer Gesprächspartner, als wir sie sonst in unserer Zeitschrift featuren.

Pete: Hallo, Markus, stimmt, Leute wie mich lasst ihr nur selten zu Wort kommen. Könnte aber daran liegen, dass es nicht so viele wie mich gibt. Oder, wenn doch, die nicht in den öffentlichen Medien über ihr Leben quatschen.

Erzähl unseren Lesern doch mal, was dich so umtreibt. Was machst du den ganzen Tag über?

Pete: Nun, ich habe viel Freizeit. Ich muss nicht arbeiten, weil ich durch eine frühe Geschäftsidee soviel Geld verdient habe, dass ich es nicht mehr nötig hab. Hier und da mach ich in Immobilien, aber nix Festes. Nur, um mal wieder ein bissl was anzuhäufen.

Du machst in Immobilien, aber das gehört sich doch nicht. So eine Sauerei.

Pete: (lacht) Scherzkeks. Du weißt schon, wie ich das meine. Im Grunde kann man mein  Schicksal mit dem von diesem Geiß vergleichen, der immer im Fernsehen zu sehen ist. Der hatte als junger Mann eine einzigartige Geschäftsidee im Bereich Sporttextilien, hat diese Idee dann an einen etablierten Produzenten verkauft, und seitdem ist er reich. Mir ging es ganz ähnlich.

Deine Geschäftsidee bewegte sich also in legalem Rahmen und hatte mit Drogen nichts zu tun?

Pete: Gar nichts. Ich bin ja auch nicht so drogenaffin. Damals war ich Anfang 20 und habe außer einem Glas Rotwein ab und zu keinerlei Drogen genommen. Doch, warte … Kaffee zum Frühstück und am Nachmittag (lacht). Was ich aber wirklich gemacht habe, will ich nicht verraten, weil manche Leute mich sonst identifizieren könnten.

Alles klar, kein Problem. Lass uns jetzt mal Butter bei die Fische geben. Du bist ein Befürworter des War on Drugs, sagst du. Wieso um Gottes Willen?

Pete: Ja, ich bin ein Fan dieses Drogenkriegs. Ich find das klasse. Ohne Flachs: Nur, weil es diesen Krieg gegen die Drogen gibt, kann ich in meinem Leben noch gutes Karma anhäufen.

Ach du dicke Eiche, wieso?

Pete: Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte, der ich aber nicht zu viel Raum geben möchte, bitte. Es handelt sich um die Geschichte meines Kindes. Eine Tochter. Sie war ihr ganzes kurzes Leben lang furchtbar krank, ist schließlich an den Folgen ihrer Erkrankung gestorben. Kein Arzt konnte ihr helfen, nicht mal wirklich die Schmerzen lindern. Es handelte sich um Krebs, weiß du? Es war von Anfang an eine Tortur für alle Beteiligten, vor allem natürlich für meine Tochter selber, bis sie nach sechs qualvollen Jahren nicht mehr konnte und aus dem Leben schied. Nichts war mehr wie vorher. Alles war endlos trist und traurig. Und ich fragte mich Tag und Nacht, ob ich nicht versagt hätte. Ob ich etwas hätte tun können.  Meine Ehe ist über die Sache auch in die Brüche gegangen, es war der Horror – und ist es heute noch, nämlich in meinem Kopf und meiner Seele.

Du hast vermutlich, wenn sie noch ein Kind war, keine Therapie mit Cannabis versucht?

Pete: Oh, ich habe mich gut informiert. Die Sache ist schon lange her, schau doch, ich bin ja mittlerweile fast 65. Damals war Cannabis als Medizin noch nicht so bekannt. Es gab grade mal die Publikationen von Rätsch und sowas.

Hanf als Heilmittel, meinst du.

Pete: Ganz genau, du kennst dich aus. Und das hab ich natürlich gelesen. Damals hatte ich von der Psychedelik ganz gut Ahnung und wusste, dass es auch Schamanen gibt, die heilen können. Das kam mir aber dennoch alles so weit weg vor, und ich wusste, ich kann mein Kind nicht in den amazonischen Regenwald oder in den Himalaya bringen. Das hätte sie nicht überlebt. Wie auch immer – jedenfalls kam Cannabis für meine Tochter nicht infrage, zumindest nicht in gerauchter Form. Sowas wie Dronabinol oder Sativex gab es noch nicht. Ich habe auch mit den Ärzten darüber gesprochen, aber die wollten da nichts von wissen, wollten sich nicht strafbar machen. Ein Witz, wenn jemand dem Tod ins Angesicht schaut.

Heutzutage ist das anders. Da hätte man es durchaus irgendwie versuchen können.  Auch ohne sich großartig in Konflikte mit dem Gesetz begeben zu müssen.

Pete: Heutzutage bemächtige ich mich des Hanfs, um anderen Kindern, die an welcher Krankheit auch immer leiden, zu helfen. Ich verwende Cannabis als Heilmittel sozusagen.

Was? Das wäre ja ein weiterer Aspekt unseres Gesprächs …

Pete:  Warte, warte …lass mich dir erklären, das war nur als Sinnbild gemeint. Denn ich handhabe das Ganze etwas anders als die konventionelle Heilkunde.

Nämlich wie?

Pete: Ich verkaufe Gras, selbst angebautes Biogras der allerbesten Qualität. Also nicht von mir selbst angebaut. Ich habe keinen grünen Daumen. Aber von einem Freund selber angebaut. Und den Erlös aus den Verkäufen spende ich grundsätzlich verschiedenen Institutionen, die sich mit kranken Kindern befassen – die ihnen helfen. Das ist meine Art, Hanf als Heilmittel zu gebrauchen (lächelt verschmitzt).

Der gesamte Erlös aus den Cannabis-Dealereien geht an Stiftungen und Hilfsorganisationen?

Pete: Ja, genau. Ich brauche davon selber keinen Cent, denn wie ich dir vorhin schon erzählte, habe ich genug Geld, um auch meinen Ururenkeln noch ein sorgenfreies Leben ohne Arbeit garantieren zu können. Alles, was ich mit Gras verdiene, fließt in die Kinderhilfe. Deshalb sage ich ja: Die Cannabis- und Drogenprohibition ist gut! Nur wegen dieses Verbots ist meine Ware so viel wert, nur wegen des Verbots gibt es all die jungen Männer und Frauen, die rauchen, weil es als illegale Geschichte schick ist. Nur mit der Prohibition können Dealer wie ich einen Haufen Geld verdienen. Egoisten können stinkend reich werden. Es ist wahr! Aber darum ging es mir nie. Geld war wegen meines frühen Erfolgs nie Motivation für irgendetwas, es ist mir eigentlich egal. Leider braucht man die Knete in dieser Welt aber.

Wenn du aber so viel Geld hast, dass du gar nicht weißt, wohin damit, wieso spendest du nicht davon was an die Hilfswerke et cetera, zum Beispiel einen Teil der Zinsen, die du für die Anlage deiner Knete kassierst. Wieso begibst du dich in die Gefahr, erwischt und eingebuchtet zu werden?

Pete: Das hat verschiedene Gründe. Erstens gehe ich an mein privates Vermögen kaum ran. Ich lebe nicht auf großem Fuß, sondern eher bescheiden und für mich. Das Geld ist mir einfach eine Sicherheit. Außerdem sichere ich vor allem meine Familie damit ab. Ich habe ja noch zwei Kinder und eine zweite Ehefrau, und die drei liebe ich sehr und will nicht, dass die irgendwann dastehen. Da beruhigt mich die viele Kohle einfach. Zweitens ist die Dealerei ein gewisser Nervenkitzel. Du musst es dir so vorstellen: Leute, wie ich, die so viel Geld haben, dass sie sich alles, wirklich alles kaufen können, die sind nur schwer zu beeindrucken und schwierig zu unterhalten. Weil alles irgendwie langweilig ist. Du kannst ja alles haben. Das ist vielleicht zu Anfang noch spannend und aufregend und toll. Mit der Zeit wird es aber öde. Zumindest ging es mir so. Und da ich weder auf teure Autos noch auf Jachten oder sonstwas in dieser Richtung stehe, und weil ich keinen fetten Schmuck brauche und keine vergoldeten Klobrillen habe und mich überhaupt nur schwierig auf Luxus einlassen kann, gibt es für mich eigentlich kaum Spannendes im Alltag. Der plätschert eher vor sich hin. Immer nur Ruhe und Gelassenheit und nix zu tun und trotzdem alles, was man braucht: Das ermüdet.

Du willst mich verarschen …

Pete: Keineswegs, es ist die Wahrheit! Wenn du eines Tages auch mal so viel Geld hast wie ich, dann wirst du es nachvollziehen können. Scherz beiseite.

Ich lach mich tot … vielen Dank …

Pete: Die Checkerei ist für mich der Adrenalinkick, die Würze in der Suppe des Lebens. Echt wahr. Und wenn sie mich erwischen, dann kauf ich mich sowieso frei. Das geht ja in diesem korrupten Land.

Das ist alles unfassbar.

Pete: Du sagst es. Ich seh es so: Mit dieser Tätigkeit, also der Dealerei, leiste ich einen sinnvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Meine Grasgeschäfte dienen einem höheren Sinn. Einem guten Zweck. Dabei verkaufe ich nur an ausgewählte Kunden, das sind alles erwachsene Leute, die fest im Leben stehen und genau wissen, wie es geht und was sie wollen. Da sind weder Kriminelle noch Jugendliche noch sonst Leute dabei, bei denen das Zeug nicht gut aufgehoben wäre.

Und fällt das den Organisationen nicht auf, wenn da regelmäßig Zahlungen von dir eingehen? Oder dem Finanzamt? Wie machst du das?

Pete: Darüber mag ich nicht weiter reden. Nur so viel: Die Transaktionen laufen selbstverständlich nicht über meine eigenen Bankverbindungen. Das Geld, das ich mit dem Gras verdiene, taucht dort nirgendwo auf. Ich bin ja kein Idiot. Auch bekommen die diversen Hilfsorganisationen auch nicht mit jeder Überweisung meinen Namen. Da hab ich mich schon abgesichert.

Bei allem, was du tust, kann ich dennoch nicht gutheißen, dass du den War on Drugs befürwortest.

Pete: Naja, ich hab das auch überspitzt formuliert. Vielleicht, um den Machthabenden, den Entscheidern, die uns diktieren, was gut und was falsch ist, den blanken Arsch zu zeigen. Man könnte das aber tatsächlich gut als Argument benutzen. Wären die Drogen legalisiert, also alle, dann wäre das natürlich eine wesentlich bessere Welt, weil wir bessere Gesellschaften hätten. Dann hätte die Mafia die Macht nicht mehr allein, und man könnte das Geld, das durch Drogenverkäufe auf ehrliche Weise eingenommen wird und durch den mangelnden Kampf gegen die Drogen eingespart wird, für solche wohltätigen Zwecke verwenden. Dann könnte außerdem echte Prävention das Gesundheitswesen durchdringen – nicht nur, was die Drogen angeht, sondern auch, was die Krankheiten angeht.

Da hast du wohl Recht. Der derzeitige politische Weg, wirtschaftspolitische Weg muss man ja sagen, ist sicherlich der falsche.

Pete: Auf jeden Fall. Hier heißt es, aus der Not eine Tugend zu machen. Sieh es so: Genau das tu ich jeden Tag.

Rauchst du selber auch Gras oder Hasch?

Pete: Sehr selten, ja. Ich rauche, wenn es hochkommt, im Monat drei bis vier Tütchen, nur dann, wenn ich mir die Zeit dafür nehmen kann und auch einen echten Sinn in der Einnahme der Droge sehe. Ich muss was davon haben, verstehst du? Ich bin nicht der Typ, der jeden Tag zum Runterkommen einen kiffen muss. Wenn ich aber rauche, dann auch mit ordentlichem Zeug drinnen. Mit Qualitäten, an die der normale Konsument gar nicht rankommt.

Und wieviel vercheckst du im Schnitt pro Monat?

Pete: Das ist fast immer gleich, weil ich ja immer die selben Kunden bediene, die alle für den Eigenbedarf einkaufen und ihre eingefahrenen Konsummuster haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich verkaufe über den Daumen gepeilt etwa 300 Gramm im Monat.

Das ist nicht wenig. Was verdienst du damit?

Pete: Das ist variabel, weil ich nicht immer die gleichen Sorten im Programm habe. Ich kann meist fünf Sorten Weed anbieten, manchmal ein bis zwei Sorten Hasch. Die verschiedenen Sorten kosten zwischen 5,50 und 14,50 Euro pro Gramm. Wenn wir davon ausgehen, dass viele der Kunden ein Weed für etwa acht Euro kaufen, dann wären das 2400 Euro – das kommt etwa hin: Zwischen 2200 und 3000 Euro pro Monat, das ist realistisch.

Eine ordentliche Stange Geld. Und das geht alles an wohltätige Institutionen?

Pete: Komplett. Kein Euro wird für irgendwas anderes ausgegeben. Und wenn mir auch noch so viele Politiker erzählen, das sei kriminell – ich geb keinen Heller drauf. Immerhin tue ich mehr fürs Gemeinwohl als so mancher selbsternannter Gesundheitsapostel, der nur das nachplappert, was ihm die pharmazeutische Industrie vorgibt.

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