Wie bekommt man Cannabis aus dem Körper?
Die Frage, wie man Cannabis so schnell wie möglich aus dem System entfernt, ist für viele Konsumenten aktueller denn je. Besonders im Hinblick auf die THC-Grenzwerte im Straßenverkehr (3,5 ng/ml Blutserum in Deutschland) herrscht oft Unsicherheit. Doch was hilft wirklich, um den Abbau zu beschleunigen, und was gehört ins Reich der Mythen?
Die Biologie: Warum THC so hartnäckig bleibt
Um zu verstehen, wie man THC loswird, muss man wissen, wie es gespeichert wird. THC ist lipophil (fettlöslich). Das bedeutet, es lagert sich nach dem Konsum bevorzugt im Fettgewebe ab. Während das psychoaktive THC im Blut relativ schnell abgebaut wird, verbleibt das Stoffwechselprodukt THC-COOH wesentlich länger im Körper. Genau dieses Abbauprodukt wird bei den gängigen Urintests nachgewiesen. Je nach Konsumhäufigkeit kann dieser Nachweis von wenigen Tagen (Gelegenheitskonsum) bis hin zu mehreren Wochen (Dauerkonsum) reichen.
Mythen und Hilfsmittel im Check: Was bringt es wirklich?
Es gibt unzählige Tipps im Netz, wie man den Körper "reinigen" kann. Hierdie gängisten Methoden:
1. Viel Trinken und "Verwässern"
Das Ziel vieler Konsumenten ist es, den Urin durch massive Flüssigkeitszufuhr (Wasser, grüner Tee, Cranberrysaft) zu verdünnen.
Der Effekt: Die Konzentration der Metaboliten im Urin sinkt kurzzeitig.
Das Problem: Moderne Labortests prüfen den Kreatinin-Wert und die Farbe des Urins. Ist der Urin zu hell und der Kreatinin-Wert zu niedrig, wird die Probe als "manipuliert" oder "ungültig" gewertet, was oft weitere Tests nach sich zieht.
2. Zink als "Blocker"
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Zink-Ergänzungsmittel die Nachweisbarkeit von THC im Urin für etwa 12 bis 18 Stunden stören können.
Einschätzung: Unzuverlässig. Labore haben mittlerweile Methoden entwickelt, um Zink-Zusätze im Urin zu identifizieren. Zudem kann eine Überdosierung von Zink gesundheitsschädlich sein.
3. Aktivkohle zur Bindung
Aktivkohle wird medizinisch bei Vergiftungen eingesetzt, da sie Stoffe im Verdauungstrakt bindet. Da THC-Metaboliten über den sogenannten enterohepatischen Kreislauf (Leber-Galle-Darm) teilweise wieder in den Blutkreislauf gelangen können, kann Aktivkohle diesen Prozess theoretisch unterbrechen.
Ein moderater Effekt ist möglich, aber Aktivkohle kann das bereits im Fettgewebe gespeicherte THC nicht "herausziehen".
4. Sauna und Sport
Die Idee: THC-Reste ausschwitzen oder durch Fettverbrennung eliminieren.
Sport hilft zwar langfristig, den Körperfettanteil und damit die Speicherkapazität für THC zu senken. Aber: Unmittelbar vor einem Test kann Sport kontraproduktiv sein, da durch den Fettabbau gespeichertes THC freigesetzt wird und die Werte im Blut/Urin kurzzeitig ansteigen können!
Die sicherste Methode: Abstinenz und Zeit
Es gibt kein Wundermittel, das THC von "jetzt auf gleich" verschwinden lässt. Die einzige rechtssichere Methode, um negative Konsequenzen im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz zu vermeiden, ist eine ausreichende Konsumpause.