Spammails und Multimarketing-Systeme

Soft Secrets
03 Nov 2019

Quacksalberei und Betrug in Goldgräberzeiten

Mit Cannabis lässt sich viel Geld verdienen. Und mit jeder weiteren legalen Nische wird immer mehr legales Geld verdient. Viele gründen ihr Startup oder investieren auf andere Weise. Es sind regelrechte „Goldgräberzeiten“. All das lockt viele Akteure an, die bereits in anderen Bereichen mit blumigen Versprechungen gutgläubige Bürger über den Tisch gezogen haben.

Diese Akteure sind häufig schon seit Langem im Geschäft. Sie verstehen sich auf den Aufbau von Multi-Level-Marketing (MLM), Finanzmarkt-Maschen, das Versenden von Spam-Mails an Millionen Mailfächer oder aber auf den Vertrieb mangelhafter Waren. Häufig befinden sich die Ansprechpartner mit ihrem Impressum in dubiosen Ländern, damit rechtliche Schritte aussichtslos sind.

Die eine Zielgruppe hat Ahnung von Hanf, aber nicht von den Betrugsmaschen. Die andere hat nicht einmal Ahnung von Cannabis und lässt sich selbst mit Fake-Produkten blenden. Alle rennen diesen Bauernfängern im Green-Rush wie betäubt in die Falle.

Multi-Level-Marketing: Jeder Geworbene ersteht sein Warenpaket und erhält meist einen „Onlineshop“ mit Leitfaden für den „Erfolg“. Es soll nicht nur verkauft, sondern auch geworben werden. Der Werber erhält über mehrere Ebenen eine Umsatzbeteiligung an den geworbenen Geschäftspartnern. Über die Angeworbenen verdient sich die erste Million wie von allein, so der Slogan. Die Realität sieht fast immer anders aus: Frisch geworben, müssen die Kontakte erst einmal aufgebaut werden. Multi-Level-Marketing ist ein alter Hut. Viele kennen das Konzept, wittern Betrug und kaufen nicht. Die meisten bleiben auf ihren Waren sitzen, dürfen diese aber zu einem lächerlichen Kurs zurück verkaufen. Damit verdienen ganz wenige innerhalb der „Pyramide“.

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Finanzwetten: Aktien sind Finanzwetten, da auf steigende Kurse und Dividenden spekuliert wird. Doch der Handel von Aktien ist im Vergleich zu Hebelprodukten noch sicher. Wird ein Hebel von 1 zu 100 eingesetzt, dann investiert man einen Euro, wettet jedoch mit 100 Euro. Bewegt sich der Kurs um ein einziges Prozent in die gewünschte Richtung, ist der Einsatz verdoppelt. Geht es jedoch um dieses eine Prozent in die falsche Richtung, stellt sich ein Totalausfall ein. Im Höhenflug werden die letzten Reserven angegriffen und Kredite aufgenommen. Anbieter für Finanzwetten erhalten immer ihre Gebühren, und einige investieren gar nicht in die Werte, sondern simulieren diese, da sie wissen, dass die „Zocker“ sich verzocken.

Wenn Finanzwetten ähnlich wie ein Spielkasino sind, dann bleiben noch Aktien, die nur selten mit ihrem Wert gegen null gehen, die Rede ist dann von Pennystocks. Die „Börseninsidernews“ haben solche Geheimtipps, die innerhalb von zwei Jahren über tausend Prozent steigen können. Kleinere Aktiengesellschaften lassen sich relativ einfach nach oben oder unten manipulieren. Man kauft selber, verbreitet über Dritte positive News und verkauft, wenn die anderen gekauft haben. Verkaufen die geblendeten Spekulanten, dann kauft man seine Aktien zurück und dreht das „Glücksrad“ erneut.

Spammails und Multimarketing-Systeme

Auch bei Beteiligungen und jeder anderen Art von Finanzgeschäft, die einem durch Unbekannte auf dubiose Weise angeboten werden, sollte immer Misstrauen herrschen. Wie ist es, wenn einem CBD oder andere Produkte per Mail oder auf Social-Media-Kanälen angeboten werden? Die Frage lautet, woher betreffende Personen den Mailkontakt haben und wo sich ihr Sitz befindet. Auf Social-Media-Kanälen sind frisch angelegte Accounts bereits verdächtig. In diesem Fall sollte man sich auf nichts einlassen und die Kontakte abbrechen.

Beobachtung und These: Diese Maschen sind nicht neu, haben sich bewährt, werden laufend verfeinert und funktionieren auch im Cannabis-Segment. Für Multi-Level-Marketing-Systeme wird gern der kranke oder gesundheitsbewusste Mensch angesprochen. Für Finanzprodukte sind „Cannabis-Investments“ gerade in und werden selbsterklärend mitgenommen.

Auch bei Spammails geht es meist um Gesundheit oder Intimprodukte. Wer sich für ein Viagra-Rezept zu fein ist, der kauft in der chinesischen Giftküche. Wenn die Pillen das Befinden „erweichen“, wird niemand zur Polizei gehen. Die Opfer sollen aus Scham oder Angst keine rechtlichen Schritte einleiten.

Ein Großteil der Spam-Mails glänzt durch mangelhafte Rechtschreibung. Möglicherweise sollen nur Ausländer oder Legastheniker anspringen, da diese sich ohnehin kaum wehren können. Auch seriös wirkender Spam lässt sich schnell an der Absender-Mailadresse oder dem Impressum erkennen. Man kann die Mails ansehen, sollte jedoch keine Anhänge öffnen, da diese Schadsoftware installieren können. Selbst bei der eigenen Hausbank sollte deren Website nicht über die Mail, sondern manuell im neuen Browsertab geöffnet werden.

Wer schon einmal auf solche oder andere Systeme hereingefallen ist: Das passiert jedem. Man muss daraus lernen und beim nächsten Mal durch die Fassade blicken. Derzeit ist beim Cannabis „Goldgräberstimmung“ ausgebrochen. Alle wollen das schnelle Geld. Solche Schattenseiten gehören möglicherweise dazu und sind hoffentlich nur eine kurze Phase.

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