Cannabis-Öl selber pressen - Hanfprodukt

Soft Secrets
24 Oct 2019

Cannabis- bzw. Haschisch-Öl galt lange als das rausch-potenteste Hanfprodukt, es ist das reine Harz des Hanfes, das die Pflanze mittels Harzdrüsen hervorbringt. Und mit einer sogenannten Rosin-Pressmachine kann man auch selbst sein ganz persönliches Cannabis-Öl auspressen, was dann beispielweise beim Dabben direkt inhaliert werden kann. Das sollte man nicht täglich praktizieren, denn wenn der Joint das Bier der Hanffreunde ist, dann ist Hasch-Öl-Dabbing wie ein kräftiger Schnaps...


 

Gewonnen wird Cannabis-Öl normalerweise, indem das getrocknete, zerkleinerte Pflanzenmaterial mit einem Lösungsmittel behandelt wird. Es gibt aber auch noch ein anderes interessantes Extraktionsverfahren, das sogar für den privaten Gebrauch geeignet ist: das Auspressen des Harzes mit Wärme und Druck. Dabei wird das Harz (ganz ohne Lösungsmittel) aus dem Rohmaterial herausgepresst - das funktioniert am besten mit einer Maschine, die sich „Rosin-Press-Machine“ nennt (auf deutsch: Harz-Press-Maschine). Wir haben einen Besitzer einer solchen Maschine besucht und für euch befragt.

Wie bist du darauf gekommen, dir eine Rosin-Press-Machine zuzulegen?

Ich habe im Internet gesurft und Videoclips auf YouTube angeschaut - dabei bin ich immer neugieriger geworden. So ein Gerät wollte ich auch haben. Was mich am meisten überzeugt hat, war, dass für den Extraktionsprozess keinerlei Lösungsmittel nötig sind. Also bleiben auch keine Lösungsmittel im Hasch-Öl zurück - denn Lösungsmittel will man ja nicht mitrauchen. Auch dass diese Maschine eigentlich nur für kleine Mengen zu gebrauchen ist, kommt mir sehr entgegen. Ich habe viele Kumpels, die zum Chillen vorbeikommen und der eine bringt mal dieses und der andere mal jenes mit. Will meinen, ich baue nicht an und habe daher auch keine entsprechenden "Abfälle" zu verwerten, sondern mich reizt einfach die so mögliche Vielfalt. Wenn ich im Internet surfe, finde ich europäische Anbieter mit Geräten zwischen 3.500 und 5.000 Euro und diverse chinesische Anbieter mit Geräten, die weit weniger als die Hälfte davon kosten.

Woher hast du deine Press-Maschine?

Tatsächlich habe ich meine Maschine in China bestellt, also nicht ich selbst, sondern ein Bekannter von mir, der eine kleine Autoreparaturwerkstatt betreibt. Manchmal helfe ich ihm aus und habe etwas gut bei ihm. Mit Versand, Steuer und Gebühren hat sich der Preis etwas relativiert. Das 80kg schwere Gerät haben sie als Luftfracht versendet. Es ist in Leipzig gelandet und wurde dort erst einmal festgesetzt. Mein Bekannter musste nachweisen, dass die Maschine nicht für gewerbliche Zwecke importiert wurde und er sollte erklären, wofür das Gerät überhaupt gut ist. Nach einigem Hin- und Her und vielen Gebühren kam die Kiste schließlich durch den Zoll und wurde an die Autowerkstatt geschickt. Inzwischen steht sie bei mir im Wohnzimmer und - wie du siehst - presse ich seitdem aus, was immer ich in die Hände bekomme.

 

Hat gleich alles so geklappt, wie es online zu sehen ist?

Nein, ich musste schon viel ausprobieren - die richtige Temperatur ist ganz erheblich und presst man Haschisch, dann sollte man es z. B. in feine PE-Gaze einschweißen.

Sind die zwei Druckplatten der Press-Maschine beheizbar?

Ja, man kann beide Druckplatten erwärmen und die Temperatur jeder Platte einzeln einstellen. Die Temperatur kann man auf 400 Grad Celsius hochtreiben, was zum Harzpressen natürlich viel zu heiß ist. Die besten Ergebnisse habe ich bei einer Temperatur von um die 100 Grad Celsius. Die untere Platte stelle ich immer etwas höher ein, da diese fest mit dem Rahmen verbunden ist und die Wärmeableitung dadurch recht hoch ist.

Was ist nötig, wenn man sein Cannabis-Harz optimal auspressen will?

Also zuerst einmal soll das Harz möglichst komplett aus dem Pressgut heraus gedrückt werden, dafür ist nicht nur die Temperatur wichtig, sondern auch der Druck. Meine Maschine schafft es, einen Druck von 20 Tonnen auf den Quadratzentimeter aufzubauen, da bleiben dann wirklich nur noch trockene Rückstände. Die Temperatur unterstützt das Auspressen und beeinflusst die Konsistenz des ausgepressten Harzes. Bei höherer Temperatur bleibt das Harz dünner, auch wenn es abgekühlt ist. Sehr heiß gepresstes Harz schmeckt nach meinem Empfinden etwas weniger aromatisch. Wahrscheinlich, weil bei höheren Temperaturen mehr Terpene verdampfen. Außerdem löst sich das Harz viel leichter vom Papier, wenn es nicht so heiß gepresst wurde.

Da sind wir schon bei den Einzelheiten - kannst du kurz erklären, wie du deine Maschine genau benutzt?

Na klar: Wenn die Platten auf etwa 100 Grad erhitzt sind, nehme ich eine Blüte, lege sie zwischen einmal gefaltetes Backpapier und positioniere sie mittig zwischen den Pressplatten. Ich nehme dafür handelsübliches Backpapier, wie es in jedem Supermarkt zu haben ist. Normales Papier würde das Harz aufsaugen, Backpapier hingegen nimmt auch bei hohem Druck kein Harz auf. Und obwohl das Harz sehr klebrig ist, lässt es sich relativ leicht vom Backpapier ablösen. Der Druck wird in der Maschine mit einer Handpumpe aufgebaut und bei 20 Tonnen Druck lasse ich es einige Sekunden ruhen. Bei so hohem Druck wird das Harz über die Pressplatten hinausgedrückt und schon während des Pressvorgangs sieht man die dunkle, klebrige Masse herausquellen. Nach einer kurzen Einwirkzeit löse ich den Druck, nehme das Backpapier heraus und falte es auseinander. Die Blüte ist zu einem papierdünnen Pressrückstand geworden und wie in einem Rahmen drumherum glänzt ein feiner Film des ausgepressten Harzes. Diesen kratze ich mit einem Metalldorn ab, wobei das Harz an dem Dorn kleben bleibt und sich so nach und nach eine kleine Harztraube bildet. Je nach Größe bzw. Ertrag streife ich das Harz dann in einem Silikon-Döschen ab oder rauche es gleich.

Presst du eigentlich nur Blüten?

Die großen Deckblätter oder die Stengel presse ich nicht. Zum einen, weil ich keine habe und zum anderen, weil es eh keine Erträge bringt. Ein Bekannter von mir brachte mal ein Weed mit, in dem viele kleine Stiele waren. Wir haben alle Stiele heraus gepult und dann gepresst – doch der Ertrag war gleich Null. An einigen Stellen glänzte das Papier ein wenig, aber mehr auch nicht. Richtig viel Spass macht es dagegen, gutes Haschisch auszupressen. Die Erträge aus Hasch sind auch viel größer als die aus Gras. Ist ja auch klar: je harzreicher das Pressgut, desto höher die Harzerträge. Aber etwas aufwendiger ist das Haschisch-Auspressen schon, denn man braucht eine „Gaze“, also ein extrem feinmaschiges Netz aus Polyester. Die Gaze, die ich benutze, ist kurzzeitig bis 150 Grad Celsius erhitzbar und mit einer Feinporigkeit von 30 μm habe ich die besten Erfahrungen. Aus der Gaze faltet man einen kleinen Beutel und verschweisst diesen an den Rändern. Verschweissen kann man den Beutel mit der Press-Machine, die beheizten Platten sind vollkommen ausreichend. In diesen Beutel legt man das Haschisch hinein und verschließt ihn, damit das Harz herausgepresst werden kann, ohne dass das Pressgut selbst herausquillt. Die Gaze habe ich aus dem Laborfachhandel, in hoher Qualität ist sie recht teuer. Es gibt mittlerweile auch fertige Beutel zu kaufen, preisgünstiger sind diese allerdings nicht.

 

Wieviel Öl kommt bei so einem Press-Vorgang heraus?

Das kommt natürlich ganz darauf an, was man presst und wieviel. Bei Gras bekomme ich etwa ein Zehntel des Ursprungsgewichts heraus. Presse ich also drei Gramm durchschnittlich gutes Gras, dann erhalte ich so um die 0,3 Gramm reines Harz. Ich hatte aber auch schon Gras, dass nicht einmal 0,05 Gramm Öl je gepresstem Gramm Harz gebracht hat. Richtig gutes - oder besser gesagt: harzreiches - Gras bringt auch mehr als nur ein Zehntel. Mein allerbestes Weed brachte fast ein Gramm Öl aus dreieinhalb Gramm Blütenmaterial. Es kommt aber nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf die Qualität, d.h. wie reich an THC das Harz ist. Denn natürlich kann man auch Brandenburger Faserhanf pressen - aber dann bekommt man auch nur THC-armes Hanföl…

Klar, Hasch-Öl „light“ quasi. Wenn es einfacher Faserhanf ist, dann ist ja auch der CBD-Gehalt nicht sehr hoch. Also kann man es nicht einmal für medizinische Zwecke gebrauchen. Aber wir sind ja eh Genussraucher - wir wollen Cannabis-Öl, das so richtig high macht...

Das war genau die richtige Bemerkung, um unser Interview zu beenden. Danach haben wir haben aber noch lange beieinander gesessen und gefachsimpelt. Und tatsächlich - kaum hatten wir unser Gespräch beendet, kam einer seiner Freunde zu Besuch und packte eine kräftig riechende Hanfblüte auf den Tisch. Micha roch an der Blüte und nickte anerkennend. Dann legte er sie auf eine Waage und maß 3,6 Gramm...

Die Pressmaschine war schon vorgeheizt, ein passendes Stück Backpapier schnell gefaltet. Routiniert legte er die Blüte hinein und positionierte die ins Papier gefaltete Blüte mittig zwischen die Druckplatten. Dann betätigte er die Handpumpe, bis der Höchstwert von 20 Tonnen erreicht war. Nach wenigen Sekunden öffnete er das Hydraulik-Ventil und löste so den Druck. Nun konnte er das Papier herausnehmen und auffalten. Um die plattgedrückte Blüte hatte sich ein Ring goldgelben Glanzes gebildet, ein hauchdünner Film reinsten Hanfharzes. Mit einem Metalldorn löste mein Interviewpartner diesen Film, indem er mal schabend, mal den Dorn rollend Linie für Linie über das Papier strich. Nachdem alles abgeschabt war, hatte sich eine ansehnliche Harztraube an der Spitze gebildet. Diese Traube streifte er an einem Silikondöschen ab und legte dieses auf die Waage. Abzüglich des Döschens betrug das Gewicht des Harzes 0,5 Gramm. Das war mehr als 10% des Pressgutes und zeigte, dass es eine sehr harzreiche Blüte war.

Der Eigentümer der Blüte durfte natürlich zuerst probieren. Mit dem Dorn, der eben noch dazu diente, den Harzfilm vom Backpapier zu lösen, nahm er nun ein Tröpfchen von der Harztraube an dessen Spitze auf. Dann griff er sich die Bong mit dem Dabbing-Kopf aus Keramik und feuerte diesen mit einem Küchenbrenner an, bis das Keramik rot glühte. Auf den rot-glühenden Kopf tupft er das Harztröpfchen, während er kräftig an der Bong zog. Das Harztröpfchen ging direkt in Rauch auf, den unser Kumpel tief inhalierte. Erst als das Harz gänzlich verdampft war, hielt er inne und die Luft an, solange er konnte. Sein Kopf wurde knallrot und nach gefühlten zwei Stunden prustete er den Rauch aus, hüstelte etwas und sank ins Sofa. Nun war unser Gastgeber dran. Er war etwas bescheidener und nahm sichtlich weniger Öl auf die Spitze des Dorns. Genau wie ich, der das frische Cannabis-Öl zum Schluss probierte.

Ich zog tief, als ich das Harztröpfchen auf den glühenden Keramikkopf tupfte. Der Rauch brannte etwas im Rachen und legte sich wie ein Belag auf meine Lunge. Und ja, es machte ganz schön „wumm“ im Kopf. Einmal tief inhaliert, tief wieder ausgeatmet und ich fühlte mich breit wie nach zwei Joints. Die 0,5 Gramm reichten für eine zweite Runde und sogar noch für einen dritten Zug, den der edle Spender verköstigte. So haben wir 3,6 Gramm Weed zu 0,5 Gramm Öl komprimiert und zu dritt innerhalb von 10 Minuten weggeraucht - und so fühlten wir uns auch. Ich war breit wie lange nicht mehr.

Irgendwann gegen halb vier Uhr morgens konnte ich mich dann endlich wieder erheben und verabschiedete mich - natürlich nicht, ohne mich zuvor bei meinem Interviewpartner für das interessante Gespräch und den highteren Abend zu bedanken.

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