Growing und der Klimawandel

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Hitze und Dürre als neue Normalität?

2018 war als sogenannter „Jahrhundertsommer“ möglicherweise ein Wendepunkt des europäischen Klimas. Seit diesem Jahr scheinen die Sommer trocken und vor allem heiß zu sein. Es ist aber irgendwie nicht allein die Tageshitze mit deutlich über 30 Grad Celsius im Schatten. Die Nächte bleiben tagelang über 20 Grad, ein effektives Runterkühlen ist kaum möglich. Es ist so, als würde sich die Hitze wie unter einer Dunstglocke stauen.

Outdoor verdorren die Pflanzen, Indoor kippen sie vor Hitze um oder leiden unter Lichtmangel, wenn die Lampen ausgeschaltet werden. Trockene oder warme Wochen im Sommer hat es schon früher gegeben, wie konnte der Grower diesen Problemen begegnen?

Outdoor: Die meisten haben keinen Garten mit Wasserschlauch, sie setzen ihre Pflanzen irgendwo an versteckten Stellen in den Boden und hoffen auf Glück. Outdoor mussten die Pflanzen einen guten Start haben und zur Not noch gegossen werden. Aber mit einem guten Start konnten sie einige trockene Wochen überbrücken, und einige Pflanzen haben es bis zur Ernte geschafft.

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Abstandshalter für Reparaturmörtel – besser Fliesenkitt nehmen?

Indoor: Für NDL-Lampen gibt es inzwischen Vorschaltgeräte, deren Leistung hoch- und auch runtergeschaltet werden kann. Die Hitzeabstrahlung bleibt aber ein Problem und Pflanzen mit weniger Licht wachsen langsamer. Zur Vermeidung von Hitze haben sich deswegen LED-Pflanzenlichtlampen etabliert, die häufig ebenfalls auf eine kleinere Stufe zurückgeschaltet werden können. Außerdem soll die Beleuchtungszeit in die Nachtstunden gelegt werden. Während dieser Phase entsteht immerhin die meiste Abwärme, die im Winter den Raum heizt, aber im Sommer rausgeblasen wird und kühle Nachtluft reinströmt.

Trockenheit oder Hitze sind also nichts Neues, doch seit 2018 scheinen die Extreme zur Normalität zu werden. Die altbekannten Strategien helfen noch immer, reichen aber nicht mehr aus. Die logische Frage lautet deswegen: Wie begegne ich in kommenden Sommern der Hitze oder outdoors der Trockenheit?

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Olla im Pflanzkübel – Trichter rein und voll machen

Outdoor: Pflanzstellen, die an Trockenheit leiden, sollten aufgegeben werden. Sicherlich könnte man eine „Olla“ aus zwei aufeinander gekitteten Tontöpfen, von denen der untere versiegelt ist, im Boden als Notreserve einlassen. Die Olla wird wöchentlich voll gemacht, durch den Ton entweicht das Wasser ganz langsam. Leider steigt aufgrund der ständigen Besuche die Gefahr, dass jemandem alles auffällt und die ganze Mühe vergeblich ist. Besser ist es, wenn Pflanzstellen gesucht werden, wo gut entwickelte Pflanzen durchkommen. Es gibt allerdings kleine Tricks, um den Pflanzen zu helfen. Unter Mulch oder Steinplatten hält sich die Feuchtigkeit besser im Boden. Mulch besteht aus pflanzlichen Resten wie Heckenschnitt und verrottet mit der Zeit. Wer lieber mit Steinplatten arbeitet, sollte diese so legen, dass das Regenwasser zum Pflanzenstiel runterläuft. An Hanglagen kann auch ein kleiner Wall das Regenwasser festhalten. Wenn der Boden sehr trocken ist, bildet dieser mit Pech einen Film, auf dem der Platzregen ansonsten abläuft.

Indoor: Wer seinen warmen Anbauraum nicht aufgibt, muss eine Sommerpause einlegen. Es kann aber auch helfen, im Hochsommer deutlich weniger Pflanzen anzubauen. Wenn der Raum seine Quadratmeter Rauminhalt behält, aber nur zu 25 % ausgelastet wird, ist zugleich das Hitzeproblem geringer. An heißen Tagen wird dennoch die Beleuchtung gedrosselt. Bei zu hohen Temperaturen fahren die Pflanzen ihr Wachstum ohnehin runter, bis sie gar nicht mehr wachsen, sondern nur noch ausharren.

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Leichte Indoor-Ernte durch Hitzestress?

Die Alternative lautet, eine geschlossene Kammer mit CO2-Begasung und Split-Klimaanlage zu bauen. Mit höheren CO2-Werten sollen die Temperaturen ohnehin etwas höher sein. Es wird nur noch in Intervallen kurz etwas Luft ausgetauscht, um diese aufzufrischen. Die Klimaanlage hält die Temperatur unter einem Höchstwert und die Pflanzen gedeihen. Für dieses Unterfangen wird jedoch etwas mehr als der Eigenbedarf angebaut, außerdem muss man den Raum und das Startkapital erst haben. Eine Erfolgsgarantie gibt es auch dann nicht, da etwas Geschick dazu gehört. Neben dem hohen Energieverbrauch für Beleuchtung und Kühlung stellt sich bei der tuckernden Klimaanlage auch die Frage, ob diese unbemerkt bleibt oder sich die Nachbarn aufregen. In vielen Situationen ließe sich solch eine High-Tech-Anlage kaum aufbauen. Viele wollen nur ihren Eigenbedarf ernten.

Fazit zum Klimawandel: Ernteausfälle bis hin zum Totalausfall werden sich in den Sommermonaten häufen. Wer indoors anbaut, muss sich vermutlich mit einer Sommerpause anfreunden. Outdoors wird es noch schwieriger, gute Stellen zu finden, an denen die Pflanzen unbemerkt bis zur Ernte durchkommen.

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Fertige Olla – das Wasser entweicht über Tage

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