Aphrodisiakum Hanf

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Cannabis kann die Sinne und Sinneswahrnehmungen intensivieren – und damit auch das Liebesspiel sinnlicher werden lassen. Ein Joint, eine Bong und ein gut gefüllter Vaporizer können interessante „Sex Toys“ sein, wenn man sich auf diese Erfahrung einlässt. Kiffer schwärmen in den höchsten Tönen vom „Verkehr auf Cannabinoiden“, jeder Nerv, jeder Nervenreiz scheint unter der pharmakologischen Modifikation um ein Tausendfaches sensibler, das Einfühlungsvermögen gegenüber dem Partner erreicht eine maximale Intensität und vor allem der Orgasmus auf dem Hanfpeak sei kaum zu überbieten. Wir werfen einen Blick auf die Thematik rund um Cannabis und Geschlechtsverkehr.

Die Hanfbrache in den USA, Kanada und anderswo wächst und gedeiht und bietet gänzlich neue Einkommensquellen für einen florierenden Gewerbezweig. Und damit weiten sich auch die Anwendungsgebiete aus, die von Konsumenten präferiert werden. Wenn derzeit aufgrund der Mode-Erscheinung die Maxime „Dope sells“ an der Tagesordnung ist, so lässt sich diese – gerade im Moment – ganz besonders gut um die klassische Markterscheinung „Sex sells“ erweitern – und dann befinden wir uns dort, wo uns dieser Text hinspülen soll: im Themenkreis Dope & Sex.

Beginnen wir mit einem wirtschaftlichen Produkt der Cannabisszene: Foria. Wer weiß, was das ist?

Korrekt – ein Gleitgel auf THC-Basis, erfunden in US-Amerika von einem Mann namens Matthew Gerson. Damit solle man, schenkt man dem Produzenten dieses neuartigen Gels Glauben, die Vagina einsprühen, um anschließend besseren, intensiveren, gefühlsbetonteren und schließlich andersartigen Sex zu haben. Das Magazin Vice brachte einstmals einen Artikel des reißerischen Titels „Ich habe meine Pussy mit THC-Gleitgel stoned gemacht“ zu Foria, in dem es heißt: „Jeden Morgen und jeden Nachmittag wurde vier Mal gesprüht. Mein Freund und ich hatten viel Sex und wir achteten darauf, ob und wie sich etwas veränderte. Es war sehr intensiv. Mir fiel auf, dass sich bestimmte Dinge anders anfühlten und die Orgasmen länger andauerten und viel verrückter und stärker waren. Wenn wir nur auf die gute alte Art und Weise vögelten, erlebte ich den ganzen Akt viel fokussierter, so als ob alles von meiner bekifften, kleinen Muschi ausging. Ich meine, ich will hier jetzt nicht wie eine Ökotussi klingen, aber es war echt ziemlich gut—ich weiß aber nicht, ob das nun am Foria zwischen meinen Beinen und in meinem Mund lag.“

Nun wird das Produkt Foria zwar als Gleitgel bezeichnet. In Wahrheit ist es das aber nur bedingt. Die sachgemäße Nutzung des Produkts liegt im Besprühen der weiblichen Geschlechtsmerkmale – der Vice-Artikel klärt auf: „Foria sollte eigentlich nicht direkt als Gleitgel verwendet werden – eine kleine Dosis eine Stunde vor dem eigentlichen Sex ist die richtige Anwendung.“

Ganz besonders gut soll Foria bei Frauen wirken, die nicht in der Lage sind, einen Orgasmus zu haben. Das heißt auf Deutsch: Cannabis-Spray macht den Sex nicht nur inniger, sondern ist letztlich sogar als sexuelles Therapeutikum nutzbar. Wer nie einen Orgasmus hatte, soll mit Foria nun endlich die Erlösung finden. Vor allem Frauen. Die Zukunft wird zeigen, ob dieses „THC-Gleitgel“ sich durchsetzen und den Weltmarkt erobern wird. Zu wünschen wäre es jedenfalls.

Werfen wir einen Blick auf die anderen und älteren Anwendungsgebiete des Hanfs als Liebesmittel. Dass Cannabis aphrodisierende Eigenschaften hat, ist nicht erst seit Foria und dem THC-Pussy-Gel bekannt, sondern seit Hunderten, vielleicht Tausenden von Jahren. Lesen wir einen Abschnitt aus einem Buch von 1930 (Hirschfeld M. und Linsert, R.: Liebesmittel – Eine Darstellung der geschlechtlichen Reizmittel (Aphrodisiaca), Berlin: MAN Verlag):

„Die Sinneswahrnehmungen werden feiner und schärfer und das gesamte Vorstellungsleben wird von erotischen Sensationen überflutet. Die vorherrschende Meinung, dass die Anregung zum Haschischgenuss vor allen Dingen der Wunsch sei, die Geschlechtsfunktionen anzuregen und zu steigern, ist wohl durchaus richtig.“

So weit, so gut. Dann aber verliert sich der Autor in diffusen Theorien und Behauptungen, die leider keiner wissenschaftlichen Revision standhalten können. Er schreibt:

„Die zuerst stark angeregte Libido weicht schließlich einer völligen Impotenz.“

Diese Aussage ist schlicht und ergreifend falsch und unsachlich – und aufgrund dieser generellen Verteufelung vermutlich der Prohibition zu verdanken. Cannabis ist also ein bewährtes Aphrodisiakum. Das ist nicht nur psychonautischen Insidern bekannt, sondern auch längst im Mainstream angekommen.

So gibt es eine Internetseite, die mit quasi-pornographischen, oder sagen wir besser: mit erotischen Inhalten aufwartet und sich „Erotisches zur Nacht“ nennt. Die Autorin Kristin Peters erläutert in einem Artikel auf der Seite die aphrodisischen Qualitäten des Hanfs und auch die Historie der Cannabis-Pflanze als sexuelles Stimulans: „Sogar bei unseren Vorfahren spielte diese Liebespflanze eine wichtige Rolle. Sie war der germanischen Liebesgöttin Freya heilig, weil die weiblichen Blüten ein ausgezeichnetes Aphrodisiakum sind. Verschiedene Formen von Liebeszauber verlangten den Besuch blühender Hanffelder. Dabei kam es häufig zu aphrodisierenden Rauschzuständen. In Europa erfreute sich der Hanfgenuß im Mittelalter und darüberhinaus großer Beliebtheit und die den Geschlechtstrieb fördernde Wirkung war allgemein bekannt. Sowohl Haschisch als auch Marijuana gelten als beste Liebesmittel der Welt und werden überall zur Bereicherung des erotischen Erlebens geraucht oder in bestimmter Zubereitung eingenommen“.

Ob nun der mit THC-Spray „bekifften Muschi“ oder einer klassisch angerauchten Geilheit der Vorzug zu geben sei, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass der Hanfrausch die Libido und die sexuellen Phantasien beflügelt und anzuregen vermag – und dabei, gerade im Vergleich zu Mitteln wie Sildenafil (Viagra), für den Körper harmlos ist.

Vor allem, wenn Cannabis ohne Tabakzusatz eingenommen wird. Halten wir fest: Die konventionelle Cannabis-Einnahme gipfelt häufig in erotischen Gefilden, die wir ohne pharmakologische Unterstützung nur schwer erreichen würden. Und wir dürfen gespannt sein, was uns die Industrie in Zukunft an sexuellen Hilfsmitteln auf Cannabisbasis bescheren wird.

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