WHO will Status von Marijuana ändern

WHO will Status von Marijuana ändern

Expertenkomitee diskutiert darüber, Cannabis neu zu bewerten

Jetzt könnte sich in Sachen Cannabis tatsächlich etwas tun. Das Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation WHO (Expert Committee on Drug Dependence, ECCD) hat sich im Juni in Genf getroffen. Nun steht ernsthaft zu erwarten, dass die WHO daraus resultierend empfiehlt, Cannabis drogenpolitisch neu zu bewerten.
WHO will Status von Marijuana ändern
Die Fachleute aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachrichtungen, die zum ECCD gehören, hatten sich zum 40. Mal zusammengesetzt und diesmal insbesondere über Cannabis diskutiert. Die Frage war, ob der Hanf weiterhin politisch in der selben Kategorie eingeordnet bleiben soll wie zum Beispiel die stark abhängigkeitserzeugenden Opiate. Die Expertenrunde stellte dabei bereits vor zwei Jahren fest, dass Cannabismedizin effektive und nebenwirkungsarme Heilmittel umfasst, die sicherlich nicht vergleichbar mit potenten Suchtbildnern ohne heilkräftige Wirkungen sind. Nach Ansicht der WHO soll deshalb beispielsweise Cannabidiol (CBD) gänzlich von der Liste gefährlicher psychotroper Stoffe gestrichen werden. Auch stellt der Bericht des ECCD dar, dass THC und THC reiche Cannabisprodukte in zahlreichen Ländern zunehmend erfolgreich zur Behandlung unterschiedlichster Krankheitsbilder und Leiden verwendet werden. Deshalb sei die Klassifizierung von Cannabis in der internationalen Single Convention on Narcotic Drugs (Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel) von 1961 zusammen mit Kokain und Opium nicht mehr zeitgemäß.
Das 41. Treffen der ECCD-Expertenrunde wird noch im November dieses Jahres stattfinden. Dann soll erneut über Cannabis und das weitere Vorgehen zu dessen Bewertung debattiert werden. Die Zeichen stehen gut, dass die WHO empfehlen wird, Cannabis neu zu bewerten und einzuordnen. Letzten Endes steht sogar zu erwarten, dass die Vereinten Nationen (UN) den Hanf und seine Produkte als harmlose Stoffe klassifizieren werden, auch wenn der Missbrauch dieser Drogen nachweislich zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Das ist aber bei allen Substanzen der Fall und kein Grund, zum Beispiel Zucker oder Salz gänzlich zu verbieten – der sinnvolle und sachgemäße Umgang mit solchen Lebensmitteln ist der Gesundheit des Menschen nämlich durchaus zuträglich. Und genauso ist es auch beim Cannabis, das nicht nur Rauschdroge, sondern vor allem eine nützliche und vielfältig einsetzbare Medizin darstellt.
Am Ende des Tages müsste UN-Generalsekretär António Guterres im Anschluss der 41. Sitzung der ECCD deren Bericht über Cannabis und ihre Einschätzung zur Sache der Suchtstoffkommission der UNO unterbreiten und sich dafür stark machen, dass Cannabis künftig auf die Liste der ungefährlichen Stoffe gesetzt wird. Deshalb ist nun abzuwarten, ob die UNO-Kommission den Bericht entgegennehmen und den Hanf neu klassifizieren wird.
Die Chancen stehen nicht schlecht, denn António Guterres hatte vor 15 Jahren schon einmal für eine positive Veränderung der Drogenpolitik gesorgt: Als Premierminister Portugals hatte Guterres damals maßgeblich daran mitgearbeitet, dass in seinem Land der Konsum und Besitz von Eigenbedarfsmengen aller Drogen entkriminalisiert wurde. Seitdem sind die Drogenprobleme in Portugal drastisch zurückgegangen.
Die Neubewertung von Cannabis durch die WHO würde eine radikale Wende im internationalen Umgang mit Cannabis herbeiführen, denn bisher gilt der Hanf ad definitionem als hochgefährliche Substanz. Eine Klassifizierung in die Gruppe der eher harmlosen Stoffe mit medizinischem Nutzen müsste sich faktisch auf die Gesetze aller Länder auswirken – hin zu einer menschlichen und vernünftigen Drogenpolitik. (MB)

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