„Kiffen und Kriminalität“

Andreas Müller ist uns seit Jahren als „der härteste deutsche Jugendrichter“ bekannt, der junge Menschen für Raub oder Gewalt aus Überzeugung einbuchtet. Das sei der letzte Schritt, den man gehen kann, aber er geht ihn, so ist Andreas Müller zu verstehen. Viele Bürger dürfte es wundern, dass ausgerechnet ein Jugendrichter den Hanf legalisieren möchte. 

Andreas Müller ist uns seit Jahren als „der härteste deutsche Jugendrichter“ bekannt, der junge Menschen für Raub oder Gewalt aus Überzeugung einbuchtet. Das sei der letzte Schritt, den man gehen kann, aber er geht ihn, so ist Andreas Müller zu verstehen. Viele Bürger dürfte es wundern, dass ausgerechnet ein Jugendrichter den Hanf legalisieren möchte.

Wir von der Soft Secrets waren auch etwas verwundert, als wir am 15. März seine Buchlesung zu „Kiffen und Kriminalität – Der Jugendrichter zieht Bilanz“ mit anschließender Podiumsdiskussion in der Osnabrücker Volkshochschule besuchten. Andreas Müller erklärte, dass er die rechtliche Situation in Bezug zum Hanf um glatte hundert Jahre zurück setzen möchte. Das würde bedeuten, dass wir Marijuana einfach überall in unseren Gärten, auf unseren Feldern oder auch in unseren Wohnungen anbauen dürften. Und immer dann, wenn sich Probleme auftun, würde man regulieren, aber nicht verbieten. In der Podiumsdiskussion sprach sich Uwe Schwichtenberg, Psychiater einer Entgiftungsstation, strikt dagegen aus. Wir wissen noch so wenig (wegen des Forschungsstopps durch Drogenverbote), dass wir erst viel mehr Informationen brauchen, um dann das perfekte Konzept zu erarbeiten. Aber Herr Uwe Schwichtenberg und auch Ulrike Sensse von der Osnabrücker Diakonie, die mit vielen Problemkonsumenten vertraut ist, sprechen sich dagegen aus, Konsumenten per Strafrecht zu verfolgen.
Wie kann denn jetzt ausgerechnet der „härteste deutsche Jugendrichter“ den Hanf legalisieren wollen? Er hat doch gewiss ständig mit abgestürzten Personen zu tun, deren Probleme man auf Cannabis zurückführt. So wie auch jeder psychisch Kranke, der einmal kiffte, durch den Hanf angeblich krank wurde; man ihm das Bier jedoch nicht derart konsequent nehmen würde oder nicht mal auf die Idee käme, dass auch moderater Alkoholkonsum dem Lebensweg eines Menschen Schaden kann. Andreas Müller hat natürlich ständig solche Kandidaten vor sich, die mit ihrem Leben auch wegen eines übermäßigen Cannabiskonsums noch härter abstürzen. Aber diese Problemkonsumenten will er nicht mit dem Strafrecht ahnden, sondern zu Hilfsangeboten hinführen, auch mit richterlicher Weisung. Alle, die mit dem Kiffen keine gravierenden Probleme haben, sollen es gefälligst ab der Volljährigkeit dürfen, so sein Standpunkt.
Aus den Legalize-Kreisen ist vielen bekannt, dass diejenigen mit einem persönlichen Bezug zum Thema die meiste Arbeite machen. Es kommt einem teils so vor, als ob die Leistungsträger kaum genug Zeit für den Biergarten finden, während die Patienten „an Krücken“ die Demo nicht nur organisieren, sondern auch mitlaufen. Andreas Müller hat einen persönlichen Bezug zum Cannabis. Bereits mit 15 Jahren forderte er in der Schülerzeitung die Legalisierung und später studierte er Jura, um als Anwalt gegen Ungerechtigkeit vorzugehen. Es lief nicht ganz nach Plan und er wurde Richter. Das war allerdings noch nicht der Grund, um „Kiffen und Kriminalität“ zu verfassen und monatelang auf Buchlesungen durch Deutschland zu touren. Sein Bruder war im Jugendalter bereits als Kiffer verpönt und wurde somit „in die falsche Schublade“ geschoben. Natürlich lernt man sich untereinander innerhalb dieser „falschen Schublade“ kennen und will den Cannabis nicht nur stopfen, sondern vorab auch beschaffen. Schon erlebte der Bruder von Andreas Müller die gnadenlose Repression und wurde dann im Erwachsenenalter vermutlich auch deswegen heroinsüchtig. Es wird vermutlich ein Zeitpunkt gewesen sein, in der sich dieser Mann bereits etwas gefangen hatte, als er wegen zwei Gramm Cannabis vom Richter sozusagen mit Fußtritt wieder in diesen Sumpf getreten wurde, der dann sein Leben kostete. Andreas Müller verwaltete den Nachlass und musste gerade an diesen Stellen mit seiner Wut kämpfen. Da ist ein Schwerstabhängiger, der nicht mehr abstinent leben kann und dank Cannabis etwas mehr Abstand zu den Opiaten wahrt. Und dafür wird er vom Richter bestraft. Als ob es das Repressionsziel ist, dass man aus dieser „Schublade“ nie wieder raus gelassen werden soll.
Dass Schwerstabhängige dank Cannabis Abstand zu den Opiaten halten und wegen Cannabis vor dem Richter und danach wieder bei den Opiaten landen, ist leider kein Einzelfall, es gibt viele dieser Geschichten. Andreas Müller ist deswegen nicht der einzige, der seinen Bruder vielleicht gerade wegen dieses Repressionsirrsinns verloren hat. Er ist allerdings eine bekannte Persönlichkeit und deswegen in einer ganz anderen Position. Er schrieb als persönliche Abrechnung „Kiffen und Kriminalität – Ein Jugendrichter zieht Bilanz“, welches viele Leser findet und die öffentliche Cannabisdiskussion anheizt. Das Werk zielt auf Opferschutz ab und klagt die Situation offen an. Das Buch ist beim Herder Verlag erschienen, der auch den Papst und ähnliche Persönlichkeiten verlegt. Dass dieser Verlag „Kiffen und Kriminalität“ verlegt, hat eine hohe Aussagekraft.
Andreas Müller möchte als Richter kiffen dürfen. Er möchte, dass jeder erwachsene Mensch es darf und man nur die Problemkonsumenten an die Hilfseinrichtungen verweist. Er möchte jedoch nicht Ecstasy oder LSD legalisieren. Da ist er sogar strikt dagegen. Er vertritt seine Meinung und wäre er nicht zufällig der deutschlandweit bekannteste härteste Jugendrichter, dann würde man ihm gewiss den Marsch blasen und ihn in die hinterste Kammer im Amtsgericht setzen. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass deutsche Richter zum jetzigen Zeitpunkt mehr legalisiert haben als deutsche Politiker und Andreas Müller in diesen Kreisen derzeit an der Spitze, aber nicht alleine steht.
Abschließend kann sich jeder Leser die Buchlesung samt Podiumsdiskussion auf dem YouTube-Kanal Hanf-Magazin ansehen. Andreas Müller ist Mitglied im Deutschen Hanfverband und wirbt mit seiner Buchtour Hunderte neuer Sponsoren. Damit leistet er viel für die Legalisierungsarbeit in Deutschland. Es geht nicht nur um Gesundheit, Wirtschaft oder gesellschaftliche Ordnung. Hier geht es um die persönlichen Freiheiten, die uns keiner nehmen darf, um uns auch noch als kriminell zu betiteln. Das Cannabisverbot ist das einzige Cannabisdelikt, ein Verbrechen gegen die Grundfreiheiten der angeblich mündigen Bürger und gegen die Menschlichkeit.

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