Das kürzlich erschienene Cannabis: Evolution and Ethnobotany ist ein faszinierendes Buch über die Ursprünge und die Entwicklung von Cannabis sowie die lange, komplexe Beziehung zwischen dem Menschen und dieser Pflanze. Soft Secrets sprach ausführlich mit einem der Autoren, Robert C. Clarke, der weithin als einer der größten Experten auf dem Gebiet des Cannabis gilt.

Das kürzlich erschienene Cannabis: Evolution and Ethnobotany ist ein faszinierendes Buch über die Ursprünge und die Entwicklung von Cannabis sowie die lange, komplexe Beziehung zwischen dem Menschen und dieser Pflanze. Soft Secrets sprach ausführlich mit einem der Autoren, Robert C. Clarke, der weithin als einer der größten Experten auf dem Gebiet des Cannabis gilt.

Seit den frühen Siebziger Jahren forscht Clarke an Cannabis und hat bereits Marijuana Botany (1981) und HASHISH! (1998) geschrieben, die “Bibel” über die Geschichte des Haschisch. Er lebt seit den späten Achtziger Jahren in Amsterdam, wo er als Projektmanager für die International Hemp Association arbeitet. Clarke ist ein freundlicher Mann in den Sechzigern, der von Insidern als eine der größten Autoritäten auf dem Gebiet des Cannabis angesehen wird. Doch in seinen Büchern darf man keine einfachen Anleitungen darüber erwarten, wie man innerhalb kurzer Zeit ein erstklassiges Gras anbauen kann, sondern sie beinhalten tiefgründige botanische und historische Forschungsarbeiten. Clarkes Bücher sind schwer und teuer, werden aber von Leuten, die sich ernsthaft mit der Pflanze beschäftigen, sehr geschätzt. Für diejenigen, die hochwertiges Haschisch erzeugen oder ihre eigenen Cannabis-Varietäten entwickeln wollen, ist seine Arbeit sehr bedeutsam. 

Soft Secrets: Wann und wie kamst du zum ersten Mal mit Cannabis in Kontakt:
Clarke: “Ich studierte an der University of California in Santa Cruz und kam 1971 dort an, um das Studium aufzunehmen. Schon am ersten Abend rauchte ich Cannabis bei einer Einführungsparty in meinem Schlafraum. Seit jener Nacht ist Cannabis nicht mehr aus meinem Leben gewichen. Schließlich, auch wenn ich mich hauptsächlich für Cannabis interessierte, zwang mich die Notwendigkeit, den Abschluss zu machen, meine Bachelorarbeit The Botany and Ecology of Cannabis zu schreiben, die ich 1976 selbst veröffentlichte.“

Du gibst selten Interviews und manch einer hält dich für einen Einsiedler. Zu Recht?
“Nein, nicht wirklich. Ich bin halt voll und ganz mit Forschungsarbeiten an Cannabis beschäftigt und darüber zu publizieren. In meiner Freizeit reise ich gerne an weltabgeschiedene Orte, um zu angeln. Dann kann es manchmal schwierig sein, mich zu finden, aber ich liebe Gesellschaft durchaus.” 

Der Autor Doug Fine sagt häufig, dass er “für die Pflanze arbeitet”. Siehst du das ebenso?
“Ich denke nicht, dass Cannabis unsere Arbeit braucht. Der Pflanze würde es wohl besser gehen, wenn wir ihr nicht in die Quere kämen. Unsere koevolutionäre Beziehung, die seit Tausenden von Jahren besteht, hat sich als nützlich für beide Seiten erwiesen. Cannabis hat sich über die ganze Welt verbreitet, um verschiedenen Zwecken zu dienen und hat den Weg für unsere historischen Dramen bereitet. Am Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts war die Pflanze durch Ausrottungsprogramme, menschliche Gier und den modernen Fortschritt bedroht, der einhergeht mit der Vernichtung und Verdrängung lokaler Faser-, Samen- und Drogenvarietäten einschließlich der traditionellen Kulturen, die den Anbau der Pflanze betreiben. Zuletzt haben “Westler” mit den besten Absichten “verbesserte” Hybride in die produzierenden Länder zurückgebracht, was zu einer genetischen Verschmutzung und Vertreibung der lokalen Sorten führte, die dort noch existierten. Die genetische Diversität von Cannabis hat bis heute stark abgenommen. Meine Sorge ist: Die laufenden Maßnahmen zur Unterdrückung von Cannabis zerstören in hohem Maße ihr Potential, bevor wir uns ihre Stärken zu Nutze machen können. Unser Hauptziel, das Mark Merlin und ich beim Schreiben von Cannabis: Evolution and Ethnobotany verfolgten, ist, die Leute aufzuklären, denen es am Wissen fehlt, um rationale Entscheidungen über die zukünftige Beziehung zwischen Mensch und Cannabispflanze treffen zu können.”

Kannst du uns etwas über die Cultivator's Choice-Samenbank erzählen? Wer waren die Gründer und wie verhielt es sich mit deren Beziehung zu Sacred Seeds?
“David Watson gründete in den späten Siebzigern in Kalifornien sowohl Sacred Seeds als auch Cultivator's Choice.  Sacred Seeds spezialisierte sich auf verbesserte und stabilisierte traditionelle (“open-pollinated”) Cannabisvarietäten. Cultivator's Choice bot auf der Grundlage der verbesserten Sacred Seeds-Varietäten ausgezeichnete Hybride an. Watsons Züchtungen – dazu gehören “Skunk 1”, “Afghani 1” und “Original Haze” – wurden in den frühen Achtzigern in die Niederlande gebracht und wurden dann zum Fundament der holländischen Samenbanken. Sie bildeten die Grundlage der meisten modernen westlichen Drogensorten von Cannabis. Cultivator's Choice war eine der originalen Samenbanken in den Niederlanden und es gibt sie noch immer. In den ersten Jahren der holländischen Samenbanken schrieb ich das Kapitel  What's in a name? in der ersten Cannabible von Jason King.”

Wann und warum bist du nach Amsterdam gezogen? Wie sah es damals aus in der holländischen Cannabiswelt?
“Ich zog in den späten Achtzigern nach Amsterdam, um mit David Watson und  HortaPharm, dem Unternehmen auf dem Gebiet der medizinischen Cannabinoid-Forschung, zusammenzuarbeiten. Bei meinem ersten Aufenthalt in Amsterdam war ich überrascht, dass jeder Cannabis gemischt mit Tabak rauchte. Ein gutartiges Heilkraut gemischt mit süchtig machendem, giftigem Tabak? Überleg' mal! Das einzige allgemein verfügbare Cannabis von guter Qualität gab es in Form von Haschisch, das aus vielen verschiedenen Ländern importiert wurde. Es waren nur wenige Sorten von importiertem Gras erhältlich. Samen von diesem importierten Gras und aus dem Vogelfutter wurden überall in Amsterdam und Umgebung ausgesät, hunderte herrlicher Pflanzen blühten in Töpfen und auf Balkonen. Aber nicht alle waren zur Reife gelangt, bevor im Herbst der Frost einsetzte. Nederwiet (selbst angebautes holländisches Gras – Red.) war nicht mehr als eine pittoreske Neuheit von sehr schlechter Qualität. Holländisches Gras wurde tatsächlich erst besser, als die Samen von hochwertigen Hybriden aus Nordamerika hierher gebracht und samenloses Cannabis (Sinsemilla) mithilfe moderner holländischer Gewächshaus-Anbaumethoden produziert wurde, was die Skunk Revolution einleitete.”

Was sind die drei verbreitetsten Missverständnisse hinsichtlich Cannabis?
“Erstens: Marihuana und Haschisch sind ein Anreiz, auf harte Drogen umzusteigen. Schon die Behauptung an sich basiert auf falschen logischen Schlüssen, und es gibt dafür überhaupt keine auf Statistiken beruhenden Nachweise. Dennoch bleibt dieses Ammenmärchen das Hauptargument gegen die Legalisierung von Cannabis, selbst wenn es nur medizinisch angewendet werden soll. Zweites Missverständnis: Cannabis-Arzneien sind ein Allheilmittel und bewirken Wunder. Obwohl sich Cannabis-Medikamente im Kampf gegen die Symptome vieler Krankheiten als wirksam erwiesen haben, sind sie nicht für alles oder für jeden Patienten geeignet. Es gibt auch keine eindeutigen klinischen Befunde, dass Cannabis tatsächlich eine Krankheit heilen kann. Die gesundheitsfördernden Wirkungen von medizinischem Cannabis zu übertreiben kann den Fortschritt erschweren. Aus der Luft gegriffene Behauptungen sind genauso lächerlich wie die Behauptung, dass Cannabis eine Einstiegsdroge für harte Drogen sei. 

Drittes Missverständnis: Hanf kann die Welt retten! Eine weitere schädliche Übertreibung. Keine einzige Pflanze, nicht einmal eine so alte, wertvolle, vielseitig verwendbare wie Cannabis, kann die Welt retten. Dieses Overstatement beruht auf dem Gedanken, weil Cannabis ein Unkraut sei, lasse es sich überall anbauen, selbst unter widrigen Bedingungen. Cannabis kann in der Tat unter vielen extremen Bedingungen überleben, aber Faserhanf und Samensorten erfordern Felder, die regelmäßig bewässert werden und bei denen die Drainage gut funktioniert. Agrarland ist weltweit knapp geworden, so dass Hanf immer in direkter Konkurrenz zu Nahrungspflanzen stehen muss. Er braucht auch viel Wasser und Wassermangel stellt eines unserer drängendsten Umweltprobleme dar. Des Weiteren ist die Weiterverarbeitung von Hanffasern arbeitsintensiv und der Industrie fehlt es an modernen technischen Verfahren, um Hanf gegenüber anderen natürlichen und vor allem synthetischen Faserstoffen wettbewerbsfähig zu machen. In Eurasien wird Hanf meistens auf kleinen Farmen angebaut. Die Fasern werden manuell auf einem Cottage Industry-Level weiterverarbeitet, wozu Hanf ideal geeignet ist.”   

Reden wir über dein neues Buch. Betrachtest du es als dein Lebenswerk?
“Mein Koautor Mark D. Merlin ist Professor für Botanik an der University of Hawaii und hat mehrere Bücher über Drogen geschrieben. Zusätzlich zu der durchgeführten umfangreichen Feldforschung hatte ich die meiste Zeit der siebzehn Jahre, die wir für dieses Buch brauchten, einen Job. Der Ausdruck Lebenswerk ist daher nicht ganz zutreffend, aber das Buch nahm zweifellos einen beträchtlichen Teil unseres Lebens in Anspruch! Die Beziehung zwischen Mensch und Cannabis existiert seit Tausenden von Jahren und hat weltweit fast alle Länder und Kulturen beeinflusst, so dass die Menge an verfügbaren Informationen ungeheuer groß ist. All diese Informationen zu durchforsten war eine gewaltige Aufgabe; wir führen mehr als 700 wissenschaftliche Artikel und Bücher an.

Cannabis: Evolution and Ethnobotany ist eine breit angelegte, interdisziplinäre Untersuchung über den natürlichen Ursprung und die frühe Evolution dieser berühmten Pflanze – mit Schwerpunkt auf ihre historische Rolle in der Entwicklung menschlicher Gesellschaften. Die Cannabispflanze wird seit ewigen Zeiten wegen ihrer starken und haltbaren Fasern, ölreichen, nahrhaften Samen, psychoaktiven und medizinischen Substanzen ihrer weiblichen Blüten hochgeschätzt. Die kulturell wertvollen und oft unersetzbaren Produkte, die aus Cannabis hergestellt werden können, haben die kommerziellen, medizinischen, rituellen und religiösen Praktiken von menschlichen Kulturen sehr stark beeinflusst. Das Verlangen nach solchen Erzeugnissen trieb die Evolution der Pflanze in die Richtung der gegenwärtigen Varietäten. Das Interesse an Cannabis nimmt zu, ebenso die öffentliche Debatte über ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Dieses Buch kann zum Verständnis beitragen, weshalb die Gattung Mensch weiterhin an diese Pflanze glaubt und an seine Bedürfnisse anpassen will. Es umfasst 464 großformatige Seiten, ausgiebig illustriert mit Fotos, Plänen, Zeichnungen und Tabellen. Der Text ist wie ein Nachschlagewerk strukturiert, so dass jeder Interessierte schnell Informationen zu bestimmten Gesichtspunkten in der Beziehung zwischen Mensch und Cannabis finden kann.” 

In dem Buch kommst du zu dem Ergebnis, dass die genetische Vielfalt des Cannabis abnimmt. Wie können wir dagegen ankämpfen?
“Die Tatsache, dass so viel genetische Diversität zerstört wird, ist zurückzuführen auf eine Kombination aus gierigem Profitstreben und staatlicher Unterdrückung. Die Verwendung von Ablegern schränkt die Vielfalt noch weiter ein. Wer samenloses Cannabis (Sinsemilla) anbaut, arbeitet mit Ablegern und Pflanzen, aber selten mit Saatgut – mit Samen nur, wenn es keine Ableger gibt oder nach einer neuen Varietät gesucht wird. Sexuelle Reproduktion und genetische Rekombination stärken und erhalten die genetische Diversität. Um die Vielfalt des Saatguts zu bewahren, und vor allem um es zu verbessern, müssen wir eine große Anzahl von Pflanzen in einer günstigen Umgebung anbauen und sowohl die natürliche Selektion ihr Werk verrichten lassen als auch die Selektion durch die Hand des Menschen anwenden. Wir nehmen die Samen der gesündesten und am besten geeigneten Pflanzen, um die nächste Generation zu erzeugen. Dieser Zyklus muss zur Bewahrung einer gesunden und reinen Sorte wiederholt werden.

Wenn du einen Ableger von einer Pflanze nimmst und keine Samen erzeugst, führt das in genetischer Hinsicht in eine Sackgasse. Feminisierte und weibliche Samen sind eigentlich Ableger in Form von Samen. Aus feminisierten Samen wachsen keine männlichen Pflanzen, folglich existiert keine Möglichkeit zur sexuellen Reproduktion und man sitzt wieder in der Sackgasse fest. Um zu erhalten, was von der Cannabispflanze an genetischer Diversität übrig geblieben ist, können wir drei Dinge tun. Erstens: Samen pflanzen und produzieren. Als Folge überleben in Pflanzenpopulationen mehr Gene, was die Vielfalt fördert. Zweitens: Die verbliebenen traditionellen Sorten sammeln, vermehren, selektieren und kreuzen, um die genetische Integrität von jeder Sorte zu bewahren. Stabilisierte Samen sind die Grundbausteine, die für die Erzeugung von Hybridsorten notwendig sind. Und drittens: Endlich damit aufhören, “verbesserte” westliche Sorten in die traditionellen Erzeugerländer zu bringen. Wir haben bereits die traditionellsten Varietäten verloren und müssen unser Bestes tun, um zu retten, was übrig geblieben ist.”

Was meinst du, wie wird die Cannabiswelt in fünf Jahren aussehen?
Clarke: “Ich würde gerne glauben, in fünf Jahren wird Cannabis in den USA landesweit für alle Anwendungsgebiete legal sein. Bei allen offensichtlichen rechtlichen Fortschritten auf der bundesstaatlichen Ebene könnte es möglich werden, aber ich zweifle daran. Auf dem Weg zur Legalisierung gibt es immer noch große Hindernisse. Die US-Regierung wird nicht ohne erbitterten Kampf aufgeben, der sich schon über eine lange Zeit hinziehen könnte. Die Finanzinstitutionen, das Agrobusiness sowie andere große Produzenten und Marketingunternehmen werden alle gegen die Legalisierung von Cannabis kämpfen bis zu dem Moment, wenn sie eine Gelegenheit sehen, davon zu profitieren. Aber ihr vereinter Widerstand wird schwer zu überwinden sein. Was wir brauchen ist die Cannabis-Normalisierung: eine geregelte Legalisierung ähnlich wie bei Alkohol und Tabak, um ein Zertifizierungssystem für die Produktion und den Verkauf zu entwickeln.     

Etwas überraschend kommt in Kalifornien der heftigste Widerstand gegen die Normalisierung teilweise von den Cannabisgrowern, zumeist von denjenigen, die erst in den letzten Jahren mit dem Anbau begonnen haben. Diese starrköpfigen, aufgeblasenen und oft egoistischen Verteidiger des Rechts auf Cannabisanbau klagen, wenn Cannabis legal ist, werden große Unternehmen in ihre bisherige Domäne eindringen. Sie vergessen dabei nur allzu schnell: Jedes Jahr werden mehr als 800000 Amerikaner wegen Cannabis inhaftiert d.h. alle 48 Sekunden einer! Auch viele von den Cannabispionieren, die vor ihnen da waren, sitzen zur Zeit im Gefängnis. Unsere eigentliche Mission müsste darin bestehen, das System so zu verändern, dass niemand mehr ins Gefängnis muss, wenn er Cannabis privat konsumiert oder für den Eigenbedarf anbaut. Auf internationaler Ebene ist die Legalisierung von Cannabis in Uruguay sicherlich ein gutes Zeichen, und wenn andere Länder damit beginnen, sich des Dogmas zu entledigen, das ihnen jahrzehntelang von den USA und Europa aufgebürdet worden ist. Sie entwickeln ihre eigenen Reformen, die den lokalen Gegebenheiten gerecht werden.“

“Alles Cannabis ist Cannabis Indica” lautete einmal die Überschrift eines Interviews mit dir. Was wolltest du damit sagen?
“Botaniker kategorisieren Pflanzen traditionell anhand von Ähnlichkeiten ihrer physischen Struktur. In den letzten zwanzig Jahren haben wir damit begonnen, chemische Charakteristiken der Pflanzen hinzuzuziehen – von der Struktur ihrer DNA bis zur Produktion sekundärer Substanzen wie den Cannabinoiden (THC, CBD usw.) und essentieller Ölkomponenten wie den Terpenen. Bis vor kurzem sahen wir die Diversität der Cannabisarten folgendermaßen: Cannabis Sativa wurde als die vielfältigste und verbreitetste Varietät betrachtet, mit Faser-, Samen- und Drogensorten in ganz Eurasien, von Europa bis Japan. Die Drogensorten aus Mexiko, Jamaika, Kolumbien, Afrika, Indien, Nepal und Thailand werden heute gewöhnlich als “Sativa” bezeichnet. Nur die traditionell gesiebten Haschischsorten aus Afghanistan und Pakistan werden als Cannabis Indica betrachtet und zumeist Indicas genannt. Die meisten modernen Cannabis-Varietäten werden als Hybride zwischen “Sativas” und “Indicas” angesehen. Doch um das Firesign Theatre zu zitieren: “Everything we knew was wrong”! Wenn wir die Evolution von Cannabis, die historische Verbreitung verstehen wollen, und die Art und Weise, wie die Pflanze in der Vergangenheit genutzt wurde, ist es sehr nützlich, ein moderneres Klassifikationssystem anzuwenden. In “Cannabis: Evolution and Ethnobotany” wenden wir ein System an, das zum großen Teil auf der Pionierarbeit Karl Hilligs von der Indiana University beruht. Wir sehen die Cannabis-Arten und ihre Evolution jetzt durch eine andere Unterteilung in einem neuen Licht.

Cannabis Sativa steht nur für die kultivierten europäischen Faser- und Samensorten sowie ihre Nachkommen wie beispielsweise das nordamerikanische, wild wachsende”ditch weed” (Sativa Unterart) oder die wild wachsenden europäischen und zentralasiatischen Nachfahren (Spontanea Unterart). Die Verbreitung und genetische Diversität von Cannabis Sativa ist im Vergleich zu Cannabis Indica relativ beschränkt und Cannabis Sativa schließt nicht Drogensorten ein. Wir verwenden den Ausdruck “narrow leaf hemp” (oder NLH) um die Sativa-Unterarten für Faser- und Samenvarietäten zu bezeichnen und broad leaf hemp (oder BLH) für die Benennung der wildwachsenden Populationen der Spontanea-Unterarten.

Cannabis Indica wird zur Herstellung von Fasern, Samen und Drogen angebaut und wir unterteilen sie in vier weitere Unterarten. Die Indica-Unterart kommt ursprünglich aus Süd- und Südostasien und wurde später nach Vorderasien, Afrika und in die Neue Welt eingeführt, hauptsächlich um Drogen herzustellen. Wir gebrauchen den Ausdruck “narrow leaf drug” (oder NLD), um Unterarten von Cannabis Indica-Drogensorten anzuzeigen. Die Afghanica-Unterart hat ihren Ursprung in der Hindukusch-Gebirgsregion Afghanistans und wurde traditionell für die Herstellung von gesiebtem Haschisch genutzt. Wir gebrauchen den Begriff “broad leaf drug” (oder BLD), um die Afghanica-Unterart weiter zu unterteilen. Die Chinensis-Unterart kommt aus China, Korea und Japan und wurde später in Osteuropa eingeführt. Diese Chinensis-Hanfsorten innerhalb der Cannabis Indica-Unterarten bezeichnen wir als “broad leaf hemp” (oder BLH). Die vierte Unterart heißt Kafiristanica und repräsentiert die wilden und möglicherweise verwilderten Populationen ihrer Cannabis Indica-Vorfahren. Wir verwenden den Ausdruck “narrow leaf drug ancestor” (oder NLDA) um die Kafiristanica weiter zu unterteilen. Die Verbreitung von Cannabis Indica ist sehr viel größer und ihre genetische Diversität sehr viel komplexer als von Cannabis Sativa. Und wichtiger noch: Alle Cannabis Indica-Unterarten haben das genetische Potential, um psychoaktives THC zu erzeugen.

Zusammenfassend lassen sich aus der globalen Klassifikation von Cannabis einige Schlussfolgerungen ziehen. Die große Mehrheit von allem Cannabis auf der Welt macht tatsächlich Cannabis Indica aus, nicht Cannabis Sativa. Es ist nicht Sativa, was die Leute wegen ihrer narkotischen Wirkungen rauchen – nur Indica-Varietäten. Folglich gibt es keine “Sativa”-Drogensorten oder “Indica x Sativa”-Drogenhybride. Alle Drogensorten gehören zum Cannabis Indica-Stamm. Sowohl Sativa als auch Indica produzieren Fasern für Textilien und nahrhafte Samen. Die europäische Hanfproduktion basiert auf Cannabis Sativa, die chinesische auf Cannabis Indica.” 

Was sind deine bevorzugten Cannabis und Haschischsorten?
Clarke: “Es hängt wirklich von der Situation ab. “Set” und “setting” sind sehr wichtig. In kreativen Phasen und wenn Dinge zu erledigen sind, dann bieten sich Sorten mit einem NLD (narrow leaf drug)-Background an; die meisten Konsumenten erleben eine stimulierende Wirkung, geistig und körperlich. Varietäten mit einen starken BLD (broad leaf drug)-Background wirken eher beruhigend und eignen sich für Abendunterhaltung gefolgt von einem guten Nachtschlaf. Normalerweise meide ich BLD-Varietäten und bevorzuge NLD-Phänotypen. Ich entscheide mich für Hybridsorten mit Eigenschaften wie süße Aromen, komplexe Geschmacksrichtungen, Stärke und stimulierende Effekte. Alle diese Eigenschaften stammen von den traditionellen, hauptsächlich NLD-Hybriden wie “Skunk No. 1”, “Original Haze” und “Sage”, die ihrerseits wieder von komplexen Hybriden nationaler Varietäten aus Kolumbien, Mexiko, Indien und Thailand abstammen. Offensichtlich sind diese NLD-Varietäten ein exzellentes Ausgangsmaterial, um daraus mittels Trocken- oder Wasserextraktion Hasch zu gewinnen.

Enjoy!!”

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