Cannabis als Ausstiegsdroge

Der Name Dr. med. Kurt Blaas wird vielen Lesern ein Begriff sein. Es handelt sich um einen Allgemeinmediziner in Wien, der als einer der ersten Ärzte als Drogentherapeut in  Österreich vorgeht. Er hat sich zudem an der Gründung der IACM, International Association for Cannabinoid Medicines, beteiligt. Ende der Neunzigerjahre war er es, der Cannabismedizin in Österreich einführte. Er gründete die ARGE CAM als eine Interessengemeinschaft für Juristen, Patienten, Mediziner und weitere Akademiker, die an Hanf als Medizin interessiert sind. Dr. med. Kurt Blaas ist für Cannabis als Medizin eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in Österreich. Bei vielen betreuten Patienten, ob sie krank oder suchtkrank sind, konnten entscheidende Therapie-Erfolge verzeichnet werden.

Dr. med. Kurt Blaas war auch 2013 Redner auf der Cultiva, der Workshops zu Cannabis gegen Krebs, Vaporisierung sowie natürlich zu Cannabis als Ausstiegsdroge abgehalten hat. Gerade dieser Vortrag hat uns interessiert, da man von Prohibitionisten doch immer noch zu hören bekommt, dass Cannabis definitiv die typische Einstiegsdroge sei. Dieses Propagandamärchen, mit dem die US-Regierung erklären wollte, weswegen nach dem Vietnamkrieg so viele ehemalige Soldaten heroinabhängig waren, ist natürlich wissenschaftlich widerlegt. Nun meldet sich Dr. Kurt Blaas zu Wort und erklärt das genaue Gegenteil zu den Lügenmärchen: Cannabis als Ausstiegsdroge! Wie kann das sein? In seinem Vortrag erklärte Dr. Kurt Blaas sehr anschaulich Drogenprobleme. Eine Drogenkarriere sei mit einem Zug gleichzusetzen, in den der Mensch einsteigt, ein Stück weit mitfährt und irgendwo wieder aussteigen will. Aus einem fahrenden Zug auszusteigen, ist hierbei natürlich ein Problem, und Cannabis als Ausstiegsdroge wäre eine funktionierende Möglichkeit. Der Vortrag umfasste aber auch die Geschichte des Hanfs und des Hanfverbots sowie die Wirkung der Cannabinoide.

Wird von Drogensucht gesprochen, dann wird dabei sofort an Heroin gedacht, da dieses eine der Substanzen ist, die eine sehr hohe körperliche und psychische Abhängigkeit erzeugen. Die Veranlagung zu einer Suchtkrankheit schlummert bereits in vielen Menschen und wird beim Kontakt mit Suchtmitteln schnell aktiviert. Der Erstkonsument steigt in den Zug ein, und die Fahrt geht los. Aufgrund der Prohibition sind Drogen wie Heroin verboten und deswegen oft auch unrein und sehr teuer. So fehlt es dem Süchtigen an Geld, die Gesundheit leidet, und eine staatliche Verfolgung bleibt oft nicht aus. Mit der Sucht setzt ein stetig voranschreitender sozialer Abstieg ein. Der Zug fährt jedoch und man kann nicht einfach so abspringen. Sucht ist als eine Krankheit anerkannt worden. Auch bei einem totalen Entzug ist diese Erkrankung in der Regel nicht geheilt. So wird der süchtige Mensch bei der erstbesten Gelegenheit mit einer Ersatzdroge oder der Hauptdroge rückfällig und sitzt wieder im Zug. Viele würden gerne aussteigen, können es jedoch nicht mehr. Hier muss somit eine Möglichkeit für den Ausstieg geschaffen werden. Viele ehemalige Heroinabhängige werden mit Methadon substituiert, da sie dann ihre Suchtkrankheit ruhigstellen können. Ohne Methadon ist die Suchtkrankheit wieder da, wobei Methadon noch schneller und wesentlich stärker körperlich abhängig macht. Ein Entzug von Heroin wäre leichter als von Methadon. Warum wird dann Methadon überhaupt verschrieben, wenn es ein noch schlimmeres Suchtmittel als Heroin ist? Weil es keinen Rausch auslöst, jedoch das Suchtzentrum beruhigt. Genauso gut könnte auch Heroin verabreicht werden, da auch dann die ganzen Geldsorgen und die kriminelle Verfolgung wegfallen würden. Aber auch dann wären Heroin und Methadon harte Substanzen, die mitunter vom Körper abgestoßen werden können, nicht jeder Junkie verträgt Methadon. Wenn das Problem der Suchtkrankheit nicht aus der Welt geredet werden kann, wenn es sich nicht heilen lässt und die Betroffenen auch nach einem vollständigen Entzug einfach noch süchtig sind, dann ist dies eine Erkrankung, die behandelt werden muss, um keinen Schaden anzurichten. Der Schaden wäre der Rückfall zu harten Drogen, die erhebliche Probleme auslösen können. Cannabis ist ein Stoff, mit dem sich Suchtkrankheiten häufig behandeln lassen, der keine Schäden an Organen und Psyche verursacht, wenn nicht psychische Schwächen vorliegen. Auch die Wirkung von Cannabis ist hierbei nicht so beschaffen, dass ein geregeltes Leben unmöglich wäre. Cannabis kann demnach ein Substitutionsmittel sein, wenn der Patient darauf anspricht. Mit Cannabis kann aber auch ein Entzug erleichtert werden, wenn die eigentlichen Stoffe Heroin oder Methadon herunterdosiert werden, da die Wirkung von Cannabis die Wirkung von Heroin und Methadon und umgekehrt verstärkt. Viele Konsumenten harter Drogen, die aus dem fahrenden Zug aussteigen wollen, sprechen gut auf Cannabis als Ausstiegsdroge an. Dabei gibt es natürlich eine Gewöhnungszeit, in der der Drogenkonsument seinen körperlichen Entzug überstehen und sich an das neue Mittel gewöhnen muss. Wenn jedoch ein Junkie damit vom Heroin loskommt, dann ist dieser Fortschritt gravierend. Cannabis wirkt dabei auf das Suchtzentrum derart beruhigend, dass der Patient nicht zwanghaft auf seine ursprüngliche Droge zurückgreifen muss. Dennoch kann Cannabis so konsumiert werden, dass ein normaler Tagesablauf mit Erwerb und Privatleben möglich ist. Wenn bedacht wird, dass ein großer Teil aller Junkies nach ihrem Entzug mit Methadon substituiert werden, dann wäre auch der Cannabiskonsum gerechtfertigt.

Cannabis ist als Rauschmittel eines der ungefährlichsten, da es keine tödlichen Dosierungen gibt und es wird im Regelfall sehr gut vertragen. Cannabis kann als Ausstiegsdroge probiert werden. Hier wäre Cannabis dann wie Methadon als Medikament oder als Substitutionsmittel zu klassifizieren. Bei diesen Substanzgruppen gibt es immer Patienten, die auf eine Substanz nicht ansprechen, auf eine andere jedoch schon. Wenn Cannabis zur Ausstiegsdroge erklärt wird, dann kann sie vielen helfen, einigen jedoch nicht. Von allen Lösungsansätzen zur Behebung einer schweren Drogensucht mit entsprechenden Suchtproblemen wäre Cannabis jedoch eine humane Möglichkeit, die nicht nur bei Junkies, sondern auch bei Alkohol oder anderen Drogen getestet und dann eingesetzt werden kann. Es sollte ergänzt werden, dass viele Menschen, die ein Suchtproblem mit Alkohol oder anderen harten Substanzen erlebt haben, Cannabis verwenden, um das Suchtverlangen zu befriedigen, um sich auf diesem Weg vor einem Rückfall zu schützen. Dr. med. Kurt Blaas macht dieses bereits praktizierte Wissen als Mediziner publik.

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