Die Drogenschieber Teil 1

Karel und Marco (Namen geändert) sind an der Organisation von großangelegten internationalen Haschischtransporten beteiligt. Bereits seit einigen Jahren arbeiten sie mit Stefan zusammen, einem schon etwas bejahrten und weithin respektierten Deutsche Geschäftsmann. Schon von Anfang an ist es ein florierendes Geschäft gewesen und gegenwärtig sind die drei dafür verantwortlich, dass der Transport von Tonnen von Hasch reibungslos abläuft. Das Risiko, dass es zu einer Blockade kommt, geht gegen Null. Wie das Ganze funktioniert, erklärten sie ausführlich in einem Soft Secrets Exklusiv interview!

Karel und Marco (Namen geändert) sind an der Organisation von großangelegten internationalen Haschischtransporten beteiligt. Bereits seit einigen Jahren arbeiten sie mit Stefan zusammen, einem schon etwas bejahrten und weithin respektierten Deutsche Geschäftsmann. Schon von Anfang an ist es ein florierendes Geschäft gewesen und gegenwärtig sind die drei dafür verantwortlich, dass der Transport von Tonnen von Hasch reibungslos abläuft. Das Risiko, dass es zu einer Blockade kommt, geht gegen Null. Wie das Ganze funktioniert, erklärten sie ausführlich in einem Soft Secrets Exklusiv interview!

Leute, wie habt ihr den Einstieg in diese Welt des Drogenschmuggels im großen Stil  geschafft?

Karel: “Vor etwa zwanzig Jahren verbrachte ich viel Zeit damit, an Autos herumzufummeln. Jemand sprach mich an und bat mich, ein Auto zu öffnen, das mit Hasch vollgestopft war. Ich übernahm diese Aufgabe mit Vergnügen und daraufhin wurde mir noch mehrmals die gleiche Bitte angetragen. Gleich beim ersten Mal fragte mich der Typ, welche Art von Zahlung ich bevorzugen würde, in bar oder in Gramm. Ich entschied mich damals für das Geld und bekam ein wenig, aber ein Freund von mir, der mir geholfen hatte, wusste es besser und entschied sich für das Hasch. Das nächste Mal verlangte ich ebenfalls Bezahlung in Form von Ware, denn durch die Kontakte meines Freundes konnten wir sie weiterverkaufen und uns den Gewinn aufteilen. Er kannte die Spielregeln besser als ich und sehr bald bewegten wir vierzig, fünfzig Kilo pro Transport. Ich machte das ein Jahr lang mit, bis ich für mich entschloss, dass ich ebenso gut nach Marokko reisen und selber eine Ladung abholen könnte.”

Wie kamst du mit den Leuten in Marokko in Kontakt?

Karel: “Über dieselben Kontaktleute, die mich gebeten hatten, ihre Autos aufzumachen. Sie hatten noch einen Lagervorrat, der in Marokko darauf wartete, abgeholt zu werden. Ihn zu übernehmen war alles, was ich zu tun hatte. Dieses erste Mal transportierte ich vierzig Kilo. Ich brachte es jedoch fertig, dass ich von dem langen Arm des Gesetzes in Frankreich ergriffen und zu sieben Jahren verurteilt wurde. Noch fünf langen Jahren erhielt ich an einem Wochenende Freigang – und floh eben. Dies bedeutet, dass ich in Frankreich eine zur Fahndung ausgeschriebene Person bin, aber ich glaube nicht, dass ich auf der Liste von Interpol oder dergleichen stehe. Es ist schon ziemlich ärgerlich, denn es bedeutet, dass ich nicht mehr durch Frankreich reisen kann.”

Hat dies nicht gereicht, um dich in der Zukunft von weiteren Abenteuern abzuschrecken?

Karel: “Das Kleidungsgeschäft meiner Frau lief sehr gut, als ich zurückkam. Doch abgesehen davon hatte ich während meiner Haftzeit wertvolle Kontakte geknüpft mit Leuten aus vielen verschiedenen Nationen, die alle wegen Haschschmuggels einsaßen. Im Gespräch mit ihnen konnte ich eine Menge lernen. Es war, als befände ich mich in einer Schule für Drogenschieber. Später, als sie ebenfalls draußen waren, wurden viele von ihnen Kontaktpersonen und gute Kunden von mir. Auf diese Weise gelang es mir, Kontakte in Ländern wie Schweden, Dänemark und Deutschland aufzubauen. Schließlich expandierte das Geschäft dermaßen, dass der Kleiderladen nur noch zur Tarnung betrieben wurde. Die Nachfrage war von ein paar Pfund auf Dutzende und danach auf Hunderte Kilo angestiegen. Einen solchen Markt zu beliefern ist eine unwiderstehliche Herausforderung. Wie das Geschäft wuchs, begannen wir mehr und mehr Glieder der Belieferungskette zu übernehmen. Bald hatten wir auch den Transport unter unserer Kontrolle. In sehr kurzer Zeit hatten wir eine beachtliche Flotte von Kleintransportern und Bussen aufgebaut. Wir zogen es außerdem vor, Ausländer, denen wir trauen konnten, als Fahrer einzusetzen.”

Und wie genau ging der Schmuggel des Stoffs vor sich?

Karel: “Das Produkt wurde in falschen Böden, Benzintanks und wirklich überall, wo nur ein wenig Platz war, versteckt. Das gehörte zu den einfacheren Dingen, die zu erledigen waren. Ich konnte auch ein unpräpariertes Fahrzeug nach Marokko schicken, wo einige Einheimische es für Transportzwecke entsprechend umbauen würden. Es gab normalerweise nur eine Kontaktperson zwischen den Fahrern und uns. Das Fahrzeug war auf den Fahrer zugelassen, der allem Anschein nach in den Urlaub reiste. Mit ein paar Schlafsäcken hinten konnte er als gewöhnlicher Reisender durchgehen. In all den Jahren, in den wir auf diese Art und Weise vorgingen, erlitten wir nur zwei Fehlschläge. Das ist nicht schlecht, wenn man Chancen und Risiken gegeneinander abwägt!”

Wie ist die heutige Situation verglichen mit der vor zehn Jahren?

Karel: “Alles hat sich rasant gesteigert. Wir haben nun LKWs, Containerladungen, sogar Schiffe. Um diese Logistik zu organisieren, haben wir einen sehr cleveren Geschäftsmann, bekannt als Stefan, engagiert.”

Stefan, kannst du uns bitte deine besondere Rolle erläutern?

Stefan: “Ich kann Unternehmen im Ausland gründen. Seit vielen Jahren arbeite ich schon in der Import/Export-Branche und habe mein Knowhow in der ganzen Welt erworben. Ich verfüge über eine Menge Erfahrung im Aufbau und Management von Unternehmen und Geschäftsprojekten im Ausland. Das schließt ein, dass man mit allen erforderlichen Unterlagen und Handelslizenzen vertraut ist. Vor einigen Jahren wurde ich von einem gemeinsamen Freund Karel und Marco vorgestellt. Wir waren uns schnell darin einig, dass wenn bei solchen Unternehmungen alle erkennbaren Abläufe völlig legal sind, das, was hinter verschlossenen Türen vor sich geht, nicht weniger unverdächtig ist.”

Wie geht man nun vor, um Geschäfte dieser Art zu organisieren?

Stefan: “Es gibt verschiedene Konzepte, es hängt im Wesentlichen von dem Land ab, mit dem du die Geschäfte abwickelst. In den meisten Ländern ist es notwendig, einen einheimischen Staatsbürger einzubeziehen. Denn als Ausländer muss man eine geschäftliche Partnerschaft mit einem Staatsbürger des gewünschten Land gründen. Dieser Bürger liefert sozusagen das „Dekor“.”

Muss das Unternehmen ein Import/Export-Handel sein?

Stefan: “Das ist oft die günstigste Option. Wir benötigen ein ganz normales, rechtlich einwandfreies Unternehmen, das im Rahmen des Gesetzes operiert und alle Arbeits- und Verwaltungsvorschriften einhält. Ein “Handelsvertreter” fungiert gewöhnlich als Verbindungsmann zwischen Importeur und Exporteur, die sonst im Normalfall keinen weiteren Kontakt untereinander haben. Wenn du dich dafür entscheidest, eine Exportfirma in einem Land zu gründen, ist es sinnvoll, in dem Bestimmungsland auch eine Importfirma ins Leben zu rufen.”

Und dann kommt der Punkt, an dem die illegale Ware heimlich in das alltägliche Gewerbe rutscht?

Stefan: “An diesem Punkt hat man zwei Handelsebenen aufgebaut, eine völlig legale zur Tarnung und die andere, die der Untergrundaktivitäten. Das übliche, legale Geschäft geht normalerweise von 9 bis 17 Uhr, so dass der andere Teil des Geschäfts nach Toresschluss funktionieren muss, oft mit ganz anderen Mitarbeitern. Wir haben Firmen gehabt, die auf diese Weise betrieben wurden und die Leute, die tagsüber arbeiteten, keine Ahnung von den Aktivitäten ihrer “korrekten” Arbeitgeber nach Feierabend hatten.

Aber was ist mit den lokalen Partnern? Wissen sie gewöhnlich über die illegalen Aktivitäten ihrer Firma?

Stefan: Kommt drauf an. Wenn er in die Partnerschaft nur hereingenommen wurde, um den Papierkram zu erledigen, kannst du eine Vereinbarung treffen, der gemäß er gegen eine Vergütung gewissermaßen ein stiller Gesellschafter bleibt. Du kannst dich auch dafür entscheiden, diese Person zu einem Teilhaber zu machen, womit er in dem Geschäft mitmischt und direkt davon profitiert.”

Aber bedeutet das für dich kein größeres Risiko?

Stefan: Es hängt von den Fähigkeiten und der Integrität der ortsansässigen Person ab. Wir vergewissern uns, dass wir nur mit Leuten arbeiten, die in einem guten Ruf stehen und keinerlei Vorstrafen haben.”

Übst du demnach persönlich die direkte Kontrolle über alle illegale Aktivitäten aus?

Stefan: “Theoretisch scheint dies möglich, aber in der Praxis kommt es immer anders (dröhnendes Gelächter unter den Anwesenden). Ich bin normalerweise aktiv dabei. Wir überlassen so gut wie nie die gesamte Organisation den Mitarbeitern vor Ort, es muss notwendigerweise einer von uns zur Stelle sein, um die Details zu regeln.

Wie funktioniert es also? Schickt ihr erst eine Art Probesendung durch das System?

Stefan: “Sicher. Es gibt immer einen regulären Transportweg der Ware. Wir könnten alle zwei Wochen eine Containerladung durchschicken, in der sich kein Hasch befindet. Wenn mit der Zeit alles gut geht und wir das System geprüft haben, entscheiden wir uns, ob wir eine Ladung Hasch mitschicken. Um sicherzugehen, überprüfen wir den gesamten Ablauf, wie die Kontrollen durchgeführt werden usw. Meistens ist ein drittes Land beteiligt, das heißt, alles was aus Marokko kommt nimmt oft einen Weg durch Osteuropa, bevor es in den Niederlanden eintrifft.”

Fürchtest du nicht, falls etwas schiefgehen würde, dein Name damit in Verbindung gebracht werden könnte – und somit voll ins Rampenlicht zu geraten?

Stefan: “Nein, denn es ist möglich, eine falsche “Papierspur” zu legen, die nachweist, dass die verschiedenen Firmen wenig oder keinen Kontakt miteinander haben. Sollte also bei Firma A etwas schiefgehen, muss Firma B davon gar nicht betroffen sein, auch wenn mein Name mit beiden Firmen in Verbindung gebracht werden könnte.”

Ich nehme an, dass die regulären geschäftlichen Aktivitäten sich auf gefragte Handelsartikel konzentrieren müssen, die sich in dem Land, das als Bindeglied dient, gut verkaufen lassen.

Stefan: “Selbstverständlich, das ist auch der Grund, weshalb wir mit professionellen Marketingbüros zusammenarbeiten, sowohl hier in den Niederlanden als auch im Ausland. Diese Agenturen beschäftigen anständige, fleißige Mitarbeiter, die sich auf Markttrends, auf Angebot und Nachfrage spezialisieren. Sie haben natürlich keine Ahnung von unseren anderen Aktivitäten.”

Kannst du uns ein Beispiel geben?

Stefan: “Paraffin. Es gab eine Nachfrage für Paraffin in einem Land, das eigentlich als Durchgangsland herhält, und in einem anderen Land, mit dem wir Geschäfte machen und das zufällig auch ein bedeutender Produzent ist, so war es logisch, beides miteinander zu verknüpfen. Paraffin ist ein wundervolles Produkt. Dick und schmierig, ein wenig wie Kerzenwachs. Für uns natürlich als Verpackungsmaterial sehr attraktiv. Die Standardpackung dafür ist im Großhandel ein großer dünner Karton mit einem Füllgewicht von 25 Kilo. Ideal. Zudem importierte das Drittland damals Paraffin aus Deutschland zu überhöhten Preisen. Es ist dann geschäftlich gesehen sinnvoll, wenn man als Vertriebsgesellschaft die Gelegenheit ergreift, die gleiche Ware zu einem besseren Preis zu liefern.”

So reist das Hasch mit im Schutz normaler Handelsgüter?

Stefan: “Von Marokko bis zum Drittland ist die Ware stets im Container unterwegs. Das Hasch wird einfach zwischen dem Transportgut versteckt. Vom Durchgangsland bis in die Niederlande ist das Hasch immer ins Fahrzeug selbst gepackt.

Und wie kommt ihr mit den Zollkontrollen zurecht?

Stefan: “Die Zollbestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich, ein Land kann darin weiter vorangeschritten sein als ein anderes. Wenn man diese verschiedenen Systeme kennenlernt, ist es nicht so schwierig, herauszufinden, was man mit welchem Produkt machen kann und zu welcher Zeit.”

Welche Stadt in Europa hat deiner Meinung das ausgeklügelste Zollkontrollsystem?

Stefan: “Rotterdam, der Hafen. Die Leute dort verfügen über den neusten Stand der Technik. Zunächst einmal haben sie für die Dokumente eine Liste mit 28 Prüfkriterien, und den Container haben sie da noch gar nicht erblickt. Mit dem Containertransport sind Frachtunterlagen und alle möglichen Vorschriften verbunden. Der Zoll in Rotterdam ist deshalb so effektiv, weil er seit über zehn Jahren Daten sammelt und verarbeitet, wobei er alle Unterlagen überprüft, die sich auf Container beziehen, bei denen sich herausgestellt hatte, dass mit ihnen illegale Ware transportiert worden war.  Auf der Grundlage der durch diese Datenbank gewonnenen Informationen sahen sie sich imstande, eine Liste von Kriterien auszuarbeiten, die sie nun anwenden, um die Flut von Papieren zu bewältigen, die jeder Container mit sich bringt. Es ist physisch unmöglich, jeden Container zu durchsuchen, der durchkommt. Aber auf diese Weise können sie die Bewegungen verdächtiger Güter kontrollieren. Wenn beispielsweise der Preis von Orangen in Spanien halb so teuer ist wie in Marokko, dann macht es für einen Importeur keinen Sinn, Containerladungen von Orangen aus Marokko einzuführen. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Importeure nicht auf den Kopf gefallen sind, würde ein solches Vorgehen Verdacht erregen und dem Zoll einen Grund liefern, eine Durchsuchung zu veranstalten.”

Das heißt, ihr vermeidet überhaupt den Hafen von Rotterdam?

Karel: “Wir meiden möglichst alle westeuropäischen Häfen.”

Was ist denn der Unterschied zu einem osteuropäischen Hafen? Gibt es wirklich nur Chaos und Korruption dort?

Stefan: “Glücklicherweise ja! Haha! Ihre Zollsysteme werden nie eine hochentwickeltes Niveau erreichen. Außerdem weisen sie immer noch den Charakter kommunistischer Überwachungssysteme auf. Irgend jemand schaut dir immer über die Schulter, aber gleichzeitig wollen die Leute keine Verantwortung übernehmen. Sie sind für die Kontrolle der Containerpapiere zuständig, haben dann doch nichts anderes im Sinn als jegliche Verantwortung oder Schuld von sich zu weisen, sollte mal etwas schiefgehen. Daran sind sie gewohnt. Hinzu kommt die Tatsache, dass diese Leute sehr schlecht bezahlt werden. Sie können Extraprämien erhalten, wenn es ihnen gelingt, illegale Waren zu entdecken und daher neigen sie zu einer etwas übertriebenen Dienstbeflissenheit. Jedoch gibt es keine fortgeschrittene, verwaltungstechnische Unterstützung und so ist die Chance dort erwischt zu werden wesentlich geringer als hier in Westeuropa.” 

Zahlt ihr Bestechungsgelder an Zollbeamte in Osteuropa?

Stefan: “Nicht oft – aber in der Tat, man weiß, das kommt vor, ja.”

Teil 2 im nächsten Ausgabe!

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