Kinderwerbung auf Hanfprodukten

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Den Gegnern Tür und Tor weit aufgerissen

Unter Cannabisfans wünscht sich vermutlich der absolute Großteil die Cannabislegalisierung. Die einen wollen ohne Angst durch ihr Leben gehen, die anderen möchten eine bessere Versorgung mit potenten Hanfprodukten, und viele würden ganz legal ihre eigenen Pflanzen pflegen. Wer sich schon für die wichtige Legalize-Arbeit eingebracht hat, der hat ziemlich schnell seinen eigenen Blickwinkel auf die internationalen Geschehnisse. Viele Entwicklungen stechen einem schmerzhaft ins Auge, und die Frage lautet, wieso wir uns in unseren eigenen Reihen immer wieder so kontraproduktiv Steine in den Weg werfen, dass es einem beim Anblick schon weh tut.
Es tut nichts zur Sache, ob Cannabisprodukte potent sind, ob überhaupt Cannabinoide enthalten sind oder ob es sich einfach nur um Hanfgebäck handelt: Absatzsteigernde Kinderwerbung mit Stars aus Zeichentrickfilmen mit Joints im Mundwinkel machen unseren Gegnern Tür und Tor weit auf. Diese Werbung hat auf den Stoner durchaus ihre Wirkung, auf Kinder im Kindergarten oder der Grundschule allerdings auch. Das Problem im Vergleich zur typischen Alkoholwerbung lautet: Kinder fühlen sich durch solche Werbung sehr direkt angesprochen. Es ist doch ganz offensichtlich, dass so aufgemachte Cannabisprodukte bei Kindern in diesen Altersstufen den Eindruck erwecken, dass Marijuanakonsum etwas total Harmloses und Lustiges ist, was man damit auch machen kann. Für die meisten Erwachsenen mag das auch so sein, nicht aber für Kinder.

Kinderwerbung auf Hanfprodukten
Bugs Bunny und Co. mit Joint und stoned

Es ist definitiv völlig unzumutbar, wenn erwachsene Menschen wie Kleinkinder bevormundet werden, um damit angeblich die Jugend zu schützen. In diesem Artikel geht es darum, wie wir unseren Gegnern durch solche Verfehlungen Tür und Tor weit öffnen, um der anrollenden Cannabislegalisierung doch noch einen Riegel vorzuschieben. Deren Totschlagargument ist der Jugendschutz und dient seit Jahrzehnten der Panikmache im Wahlkampf, um die Gunst der biederen Gesellschaft zu erringen. Selbst wenn es nur Kekse mit Hanfmehl wären, sollte kein Bugs Bunny mit Joint im Mundwinkel darauf abgedruckt werden. Kinder erhalten dadurch den Eindruck, dass Kiffen in etwa das Gleiche ist, wie einen Keks zu essen, und schauen möglicherweise genauer, was ihre Eltern im Schrank haben.
Beim Alkohol gibt es seit eh und je das Problem des Kinderalkoholismus. Die Kinder bedienen sich an den Vorräten der Eltern oder werden von diesen sogar nach Bedarf mit Alkohol ruhiggestellt. Doch die Alkoholwerbung befeuert dieses Phänomen bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie Kinderwerbung auf Hanfprodukten.
In Deutschland zeichnen sich diese Entwicklungen der gewinnorientierten Kinderwerbung auf Hanfprodukten allmählich ab, in den USA ist das bereits derart schlimm, dass es wirklichen Hanfaktivisten bereits hochkommen muss. Die meisten kennen es bestimmt aus eigener Erfahrung, dass sie mit jedem Jahr intensiver auf Facebook, per Mail oder auf anderen Kanälen mit dubiosen Angeboten für Marijuana oder Extrakten zugemüllt werden. Inzwischen sind auch immer mehr Fertigprodukte dabei, und einige von diesen werden mit Kinderwerbung aufgemacht. Ein neuer Abonnent auf Flickr ist der Auslöser zu diesem Artikel, obwohl das Problem nicht neu ist. Der „Cannabis activist“ aus Los Angeles ist „self employed“ und betreibt einen Cannabis-Shop. Der Betreiber ist also vermutlich in Geldsorgen, verkauft sich als „Cannabis activist“ und möchte Cannabisprodukte mit aufgedruckter Kinderwerbung verkaufen. Er erklärt, dass seine Seite mit Kinderwerbung auf Hanfprodukten nicht für Minderjährige geeignet ist.
Kinderwerbung auf Hanfprodukten
Kinderwerbung auf Hanfprodukten in den USA

In den USA ist eben einiges anders, aber auch dort sind solche Entwicklungen vielen Bürgern gewiss ein schmerzhafter Dorn im Auge. Doch wie wirkt das auf deutsche Politiker, die in jedem dritten Satz zu Cannabis den bedeutsamen Jugendschutz erwähnen und damit die freiheitsberaubende Bevormundung erwachsener Bürger begründen? Natürlich wäre es ein Leichtes, solche Werbung oder Werbung für potente Hanfprodukte generell zu verbieten. Wer jedoch den Cannabis nicht wünscht, der wird sich im bestehenden Cannabisverbot doch direkt bestätigt sehen.
Genau das ist das Problem in der Entwicklung, dass in den USA bereits einiges aus dem Ruder läuft. Dass die ganze Diskussion um den Jugendschutz nur vorgeschoben wird, um erwachsene Bürger zu bevormunden, versteht jeder Beobachter innerhalb kürzester Zeit. Aber wie können wir innerhalb unserer eigenen Reihen unseren Gegnern solche Steilvorlagen liefern?
Auch in anderen Situationen kann einem das kontraproduktive Verhalten einiger dieser „Cannabis-Aktivisten“ nur noch weh tun. Aber an dieser Stelle ist es offensichtlich, dass es nichts weiter zu diskutieren gibt. Selbst nach einer Legalisierung wäre Kinderwerbung zur Profitmaximierung auf Hanfprodukten weiterhin strikt abzulehnen. Wenn es wirklich die Macht des Verbrauchers gibt, dann bleibt zu hoffen, dass sich dieser gegen Kinderwerbung auf Hanfprodukten entscheiden und zugleich entsprechende Werbeverbote begrüßen würde.

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