Winterkälte im Growraum

Auch ohne eine Beleuchtung, die viel Hitze abstrahlt, muss im Winter der Indoorgarten umgelüftet werden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen verbraucht sich die Luft und muss zum Auffrischen der CO2-Reserven ausgetauscht werden. Weiterhin soll es einen Luftstrom zur gefilterten Ablüftung geben, damit kein Geruch zurückschlägt. Außerdem muss die Luftfeuchtigkeit hinaus und die Luft bewegt werden, damit sich kein Schimmel bildet.    Robert B.

Ohne passendes Klima, keine gute Ernte

Im Winter ist in vielen Growräumen nicht die feuchte, sondern trockene Luft ein Problem. Die kalte Luft kommt in den Raum, erwärmt sich und die relative Luftfeuchtigkeit sinkt rapide. Das andere Problem besteht in der Temperatur. Wenn die Lampen ausgehen, muss natürlich nicht mehr so viel gelüftet werden. Die Wärmequelle ist jedoch weg und der Raum kühlt zu weit herunter. Das bedeutet, dass die Pflanzen aufgrund der notwendigen Lüftung zum einen Extremwerten und zum anderen großen Sprüngen ausgesetzt sind. Die Leistung beim Indooranbau kommt jedoch daher, dass die Pflanzen wie in Watte gepackt und rundum versorgt werden. Nur dann können sie ihr volles Potenzial in so kurzer Zeit entfalten.

Es kommt deswegen noch schlimmer: Jedes Lebewesen hat seine Lebensbereiche, in denen alles optimal ist. Je weiter sich ein einzelner oder auch mehrere Faktoren vom Optimum entfernen, umso gestresster ist das Lebewesen. Wenn die Klimawerte nicht optimal sind, ist die Pflanze gestresst und damit anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Nicht der Dünger oder die Beleuchtung, sondern die Lüftung samt der Klimawerte sind der Punkt, auf den es ankommt. Wenn es hier nicht stimmt, können auch der beste Dünger und die sinnvollste Beleuchtung nichts mehr retten.

Es gibt keine universelle Lösung, wenn nicht wirklich verschiedene Geräte zur Klimatisierung aufgebaut und durch einen Computer gesteuert werden. Das würde jedoch auch eine Heizung, Kühlung oder Luftentfeuchtung beinhalten, wodurch der Energieverbrauch schnell durch die Decke schießt. Könnte man überhaupt neben all den Lampen noch so viel Strom über die Leitungen ziehen, oder müsste man vom Sicherungskasten für die Heizung, Kühlung und Luftentfeuchtung erst neue Kabel verlegen? Möchte man überhaupt zur einen Seite Wärmequellen einsetzen und zur anderen Seite mit der Klimaanlage im Sommer wieder runterkühlen?

Es gibt jedoch den „Baukasten“ aus Möglichkeiten, aus dem jeder für sich schöpfen kann. Der erste und wichtigste Baustein ist natürlich die automatisierte Ablüftung, die über entsprechende Drehzahlminderer oder Stufentrafos von alleine abhängig von der Temperatur oder der relativen Luftfeuchtigkeit die Leistung hoch- oder runterfährt. Die Lüftung soll abgesehen von der speziellen Situation einer CO2-Begasung durchgehend laufen, um Gerüche zu verhindern. Aber selbst bei einer effektiven CO2-Begasung in einem dichten Growraum müsste man mit einer Stoßlüftung arbeiten, da die Luft auch auf andere Weise schnell verbraucht ist.

Die automatisierte Lüftung, die von der Minimumeinstellung bei Bedarf automatisch hochfährt, wird dennoch nichts an einer Unterkühlung in der Nachtphase oder der falschen relativen Luftfeuchtigkeit ändern. Gegen eine Unterkühlung kann ein Katalytofen mit Thermostat erstanden werden. Dieser wird mit Propangas betrieben und kann ab einer gewünschten Temperatur von der Pilotflamme auf Heizen umspringen. Die Gasflaschen müssen mit der Zange angezogen, geöffnet und geschlossen werden. Wenn nach fünf Minuten der Druck nur minimal abfällt, ist die Leitung dicht und die Flasche kann geöffnet und der Ofen auf Pilotflamme angestellt werden. Ganz wichtig ist, dass der Ofen so steht, dass sich vor, unter, über und neben ihm nichts Brennbares befindet. Das bedeutet, dass man an der Stelle möglichst mehrere Quadratmeter Platz hat und Steinplatten oder etwas nicht Hitzeempfindliches auslegt. Weiterhin dürfen diese Gasbrenner nur in Räumen verwendet werden, in denen viel gelüftet wird, da CO2-Gas entsteht. Für das Wohnzimmer sind diese Öfen also nicht zu verwenden, für die Winterheizung im Vorraum zum Growraum sind sie ideal.

Genau dieser Katalytofen ist auch der Schlüssel gegen hohe Luftfeuchtigkeit. Viele werden sagen, dass Propangas zu CO2 und H2O verbrennt und damit im Raum zu Luftfeuchtigkeit führen wird. Sie übersehen die entstehende Wärme. Wenn es im Raum zu feucht ist, dann wird einfach noch intensiver geheizt, um damit zugleich intensiver zu lüften. Die warme Luft trägt viel mehr Wasser und dieses durch die stärkere Lüftung nach draußen. Baulüfter zum Trocknen der Wände laufen ebenfalls mit Gas oder anderen Brennstoffen, da Strom zu teuer wäre und die Leitungen das nicht immer mitmachen.

Anstelle vom Gas kann natürlich im Winter auch die LED zur Seite gelegt werden, um mit der HPS mehr Wärmeabstrahlung zu erhalten. Das funktioniert aber nicht in der Dunkelphase und es kommt zu starken Temperatursprüngen. Soll es am Tag um 26 Grad haben, so soll es in der Nacht nicht weit unter 18 Grad gehen. Es könnte jedoch funktionieren, wenn im Raum zwei Kammern sind, die zeitversetzt zueinander laufen und mit zwei Ablüftungen gearbeitet wird, damit immer nur der wärmere Raum etwas stärker abgelüftet wird. Aber auch dann wäre es notwendig, mit optionaler Heizung und Luftbefeuchtung die Klimawerte exakt ansteuern zu können.

Wenn die relative Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist, hilft es, wenn der untere optimale Temperaturbereich angesteuert wird. Die Lüftung soll ebenfalls auf diesen Minimumbereich reduziert werden. Mit einem Ultraschallbefeuchter und kalkfreiem Wasser wird die Luft befeuchtet. Auch dieses Gerät soll mit einem Regelgerät nur dann arbeiten, wenn die relative Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Diese soll in der vegetativen Wachstumsphase bei guten 60 % relativer Luftfeuchtigkeit liegen. Wenn die Pflanzen schon sichtbar blühen, wären knappe 60 % besser.

Viele haben nicht genug Regenwasser und müssen mit einer Umkehrosmoseanlage vier bis fünf Liter aufwenden, um einen Liter kalkfreies Brauchwasser für die Luftbefeuchtung zu erzeugen. Zugleich wird Strom verbraucht. Beim regelmäßigen Betrieb ist die Technik zur Automatisierung also immer günstiger.

Der Ultraschallbefeuchter soll den Nebel in den Raum hineinblasen, und zwar möglichst in einen Luftstrom, in dem der Aerosolnebel verwirbeln und dadurch schneller eins mit der Luft werden kann. Es soll natürlich die Frischluft befeuchtet und auch temperiert werden, bevor sie in die Growkammer strömt. Damit sind wir auch schon beim nächsten wichtigen Punkt der Luftverwirbelung. Angenommen, dass die zu kalte und zu trockene Luft an einer Stelle in den Growraum strömt, sich in diesem aber genügend verwirbelt und die Klimawerte letztendlich passen, so gibt es ein Problem: An der Stelle, an der die Luft einströmt, passt es eben nicht. Die Pflanzen sind gestresst. Hier können sich Krankheiten und Schädlinge weit besser ausbreiten.

Hier springen Ofen und Lüfter abwechselnd an, die Pflanzen leiden

Wer die Luft nicht in einem Vorraum zur Growkammer klimatisieren kann, der muss bei völlig falschen Klimawerten der Frischluft mit einem Zulüfter einleiten. Dieser kann mit entsprechenden Steuergeräten parallel zum Ablüfter geschaltet werden und soll immer etwas weniger zulüften, als abgelüftet wird. Man verwendet einen kleineren Lüfter und kann die Ansaugrohre zur Not etwas verjüngen. Der Zulüfter bläst die Frischluft in einen Airsock. Das ist ein langer Stoffschlauch, der möglichst unter der Pflanzung an einer trocken bleibenden Stelle verlegt wird. Die Luft drückt sich auf einer Oberfläche von mehreren Quadratmetern in die Growkammer und verteilt sich damit direkt sehr gleichmäßig. Der Airsock ist also etwas für größere Anlagen, wogegen Growzelte im temperierten Raum stehen sollen. In dieser Situation oder auch, wenn es möglich ist, soll bereits im Vorraum genügend klimatisiert werden.

Zu kalt, relative Luftfeuchtigkeit zu niedrig

Weiterhin kann es neben der Ablüftung auch eine Umlüftung geben. Hier kann zum einen über die Pflanzen hinweggeblasen werden, während zugleich ein Lüfter die Luft senkrecht nach oben in diese waagerechte Lüftung bläst. Die Luft soll die ganze Zeit möglichst im gesamten Raum in Bewegung sein. Dadurch ist die Temperatur konstant, alle Pflanzen erhalten Frischluft und bei bewegter Luft schimmelt es kaum noch.

Es sind also einige Faktoren, auf die es bei der Belüftung des Growraums ankommt. Es kommt aber immer auch auf die richtige Umsetzung an. Wer z.B. eine kleine Kammer hat und der Katalytofen oder Radiator zu viel Wärme herausdrückt, der kann mit der Luftbefeuchtung kaum noch gegen die Ablüftung ankommen. Wenn es keine sicheren Katalytöfen mit kleinerer Leistung gibt, muss eben doch mit Strom geheizt werden, da es hier andere Möglichkeiten gibt. Die technischen Geräte müssen also immer in passenden Kapazitäten integriert werden. Wer im Nebenzimmer nur ein Growzelt stehen hat, um sich mit Eigenbedarf zu versorgen, und den ganzen Raum klimatisieren muss, der sollte vielleicht besser eine Winterpause einlegen. Wer den Platz hat, der fährt am besten, wenn er ein oder zwei Ernten in der richtigen Jahreszeit einholt. Unter dem Dach ist es vielleicht der Winter, im Keller hingegen der Sommer und im ersten Stock das Frühjahr und der Herbst.

Ist es zu kalt, dann wächst es auch auf gutem Boden nicht

Das oberste Gebot lautet jedoch immer, dass man nur Maßnahmen ergreift, bei denen man der festen Überzeugung ist, dass einem nicht wegen Kabelüberlastung, falsch montierter Technik oder einem falsch aufgestellten Ofen alles niederbrennt. Wer sich hier nicht wirklich sicher ist, der erkundigt sich umfassend oder lässt es sein.

Wenn der Growraum nicht genügend klimatisiert werden kann, muss er entweder angepasst werden oder man kann nur in der jeweiligen Jahreszeit in diesem arbeiten. Häufig hilft es bereits, wenn man die maximale Kapazität halbiert, um mit dem Freiraum mehr Luftpuffer zu haben, in dem dann auch die Klimatisierung wieder besser gelingt. Mit den richtigen Klimawerten hat man bei sachgemäßem Anbau das Problem mit Krankheiten und Schädlingen mehr als nur halbiert.

Noch ein paar Tage reifen, dann ernten, trocknen und verbauen!

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