Cannabinoide aus Bierhefe

Soft Secrets
05 Mar 2019

Forscher finden heraus, wie man aus Bierhefe Cannabiswirkstoffe herstellt

Die Forschung schreitet voran. Dass Cannabinoide wie THC und CBD aus anderen Organismen oder Materialien hergestellt werden können als aus Hanfpflanzen, ist schon lange bekannt. Immerhin wird unter anderem medizinisch verwendetes THC aus Orangenschalen synthetisiert, und jetzt hat ein Forscherteam von der University of California in Berkeley um Wissenschaftler Xiaozhou Luo einen Weg gefunden, aus Hefekulturen Cannabinoide herzustellen. Das ist gerade in diesen Zweiten wichtig, denn der Bedarf an therapeutisch einsetzbaren Cannabinoiden wird immer größer und die Streitfrage um den Cannabisanbau ist nach wie vor nicht geklärt. Zu viel Hysterie ist immer noch an der Tagesordnung, wenn des um den Anbau von harmlosem Hanf geht. Jetzt steht eine Alternative zum Cannabisgrowing zur Verfügung. Das berichtete unter anderem die Wissensplattform scinexx.de am 28. Februar 2019. Um Cannabinoide unter Umgehung der Hanfpflanze herstellen zu können, haben die Wissenschaftler Bierhefe, botanisch Saccharomyces cerevisiae, mit Hilfe von fünf Bakterien und Genen der Cannabispflanze, die ins Erbgut der Hefe überführt wurden, gentechnisch dergestalt manipuliert, dass der Stoffwechsel des Organismus beeinflusst wird. Die Plattform Scinexx erläutert: "Die derart veränderte Hefe konnte einfachen Galactose-Zucker in Moleküle wie Olivetolsäure umwandeln – Vorläufer-Moleküle für die Cannabinoid-Synthese. Daraus machte der Hefeorganismus schließlich Cannabigerolsäure (CBGA), wie die Forscher erklären. Dieser Stoff ist gewissermaßen die Mutter aller Cannabinoide" (Quelle). Wie auch in Pflanzen der Gattung Cannabis kann auch in der Hefe das CBGA in THC-Säure (THCA) bzw. CBD-Säure (CBDA) umgewandelt werden, die dann unter dem Einfluss von Wärme, Licht und Sauerstoff in die aktiven phenolischen Formen THC und CBD umgewandelt werden. Dieser Vorgang nennt sich Decarboxylierung. Auch die Synthese von anderen Cannabinoiden ist auf diesem Wege möglich, zum Beispiel von Cannabidivarin und Tetrahydrocannabivarin. Wie bekannt ist, waren schon früher auf dem Weg der Pilzsynthese andere Pharmaka hergestellt worden, beispielsweise Morphin und Insulin. Jetzt ist dies auch mit Cannabinoiden möglich. Hier geht es zum Artikel von Scinexx: https://www.scinexx.de/news/biowissen/hefe-als-cannabinoid-produzent/ Und hier geht es zum Artikel zur Studie in Kalifornien: https://www.nature.com/articles/s41586-019-0978-9
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