Magic Mushrooms fürs Volk!

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Legalisierung: Sind psychedelische Pilze die nächsten Kandidaten?

Nachdem Cannabis auf der ganzen Welt immer mehr akzeptiert, entkriminalisiert, ja in einigen Ländern und Gegenden sogar legalisiert wird, steht jetzt der nächste Kandidat für entsprechende Tendenzen auf dem Zettel: Es handelt sich um Psilocybin enthaltende Pilze, die sogenannten Magic Mushrooms. Und die Debatte um die Freigabe entheogener Pilzorganismen zieht gleich die Diskussion um eine ganze Palette anderer psychotroper Pflanzen nach sich. Den Anfang machen die USA.

In den Vereinigten Staaten laufen die Vorbereitungen für einen akzeptanzorientierten Umgang mit Psilocybin-Pilzen auf Hochtouren. So sorgte die „Oregon Measure 109“ im Bundesstaat Oregon dafür, dass Psilocybin komplett legalisiert werden kann. Am 3. November wurde über den Vorstoß abgestimmt. Wer mit Ja votierte, unterstützte die Ermächtigung der Oregon Health Authority (OHA), ein Programm zu etablieren, das es lizenzierten Dienstleistern erlaubt, Psilocybin-produzierende Pilze bzw. entsprechende Pilzprodukte an Personen ab 21 Jahren abzugeben. Wer mit einem Nein stimmte, sprach sich gegen die Schaffung eines Psilocybin-Programms aus, so dass das staatliche Verbot des Besitzes, der Herstellung und des Konsums von Psilocybin bestehen bliebe. Am Ende des Tages wurde die Entkriminalisierung von den Stimmberechtigten angenommen. Ab dem 1. Februar 2021 tritt die neue Regelung dann in Kraft und Psilocybin wird sowohl für medizinische Nutzung wie auch für den Freizeitgebrauch entkriminalisiert.

Dies war allerdings kein Debüt in Sachen Psilos in den Vereinigten Staaten. Schon 2019 waren die Pilze zunächst in Oakland und dann in Denver entkriminalisiert worden. Dies markierte eine Wende innerhalb der US-amerikanischen Drogenpolitik, die als Vorreiter für die nun folgende Welle fungierte.

Damit sind die Türen für einen vernünftigen Umgang mit psychedelischen Pilzen und Pflanzen weit aufgestoßen worden. Das ist insbesondere für Menschen von Interesse, die aus medizinischen Gründen auf die freie Verfügbarkeit von Psilocybin bzw. Psilocybe-Pilzen hoffen. Vor allem psychisch kranke Personen können vom therapeutischen Potenzial der Pilze profitieren, so zum Beispiel Veteranen, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden und mithilfe von Psychedelika eine erfolgreiche Psychotherapie absolvieren können, um ihre Traumata zu verarbeiten und ins Leben zu integrieren.

Um die angestrebten politischen Veränderungen durchsetzen zu können, haben Aktivisten in Oregon für die entsprechenden Voraussetzungen gesorgt. So wird die Gesundheitsbehörde von Oregon für die Einrichtung des Programms und die Ausarbeitung der dazugehörigen Vorschriften verantwortlich sein. Die Behörde hat zwei Jahre Zeit, das Programm zu entwickeln. Das sogenannte „Oregon Psilocybin Advisory Board“ (OPAB), ein Gremium aus anerkannten Experten auf dem Gebiet der psychoaktiven Substanzen, berät die Verantwortlichen in dieser Hinsicht. Den künftigen Klienten wird es somit erlaubt sein, den Pilzwirkstoff Psilocybin in einem „Psilocybin-Service-Center“ zu erwerben, zu besitzen und zu konsumieren, nachdem sie eine Vorbereitungssitzung absolviert haben. Mit der Measure 109 bestimmt die Oregon Health Authority außerdem in Zukunft, wer als Vermittler lizenziert werden kann, und legt fest, welche Qualifikationen, Ausbildungen, Schulungen und Prüfungen erforderlich sind, um ein Psilocybin-Programm anbieten zu können. Außerdem erstellt die Gesundheitsbehörde von Oregon einen professionellen Verhaltenskodex für Vermittler und legt Standards für die Dosierung des Pilzwirkstoffs sowie die notwendigen Regeln für die Etikettierung und Verpackung fest.

Auch in Washington D.C. ist man bestrebt, die magischen Pilze aus der Schmuddelecke der Drogen herauszuholen. Mit der „Initiative 81, Entheogenic Plants and Fungus Measure“ (Maßnahme bezüglich entheogener Pflanzen und Pilze) hatte ebenfalls am 3. November zur Abstimmung gestanden, psychedelische Pilze und andere halluzinogene Pflanzen zu legalisieren, die medizinisch nutzbar sein können. Wer in Washington D.C. mit einem Ja stimmte, sprach sich dafür aus, dass die Polizei den nicht kommerziellen Anbau, Vertrieb, Besitz und Gebrauch von psychedelischen Pflanzen und Pilzen als eine der niedrigsten Prioritäten bei der Strafverfolgung behandeln soll. Darüber hinaus sollen entsprechende Pflanzen- und Pilzarten definiert werden, die Ibogain, Dimethyltryptamin (DMT), Meskalin, Psilocybin oder Psilocin enthalten, und nicht mehr als gebannte Substanzen behandelt werden sollen. Wer mit einem Nein gegen die Initiative votierte, setzte sich dafür ein, dass die Polizei den nicht kommerziellen Anbau, Vertrieb, Besitz und Gebrauch von entheogenen Pflanzen und Pilzen – einschließlich Psilocybin-Pilzen, Peyote und Iboga – weiterhin restriktiv verfolgen soll. Auch hier wurde die Entkriminalisierung angenommen. Damit sind die Psilocybin-Pilze heute also in Ann Arbor (Michigan), Santa Cruz und Oregon (Kalifornien) sowie in Washington D.C. zumindest entkriminalisiert.

Bei der ganzen Diskussion geht es insbesondere darum, ob ein als „Droge“ definiertes Gewächs oder eine entsprechende Zubereitung therapeutischen Wert aufweist oder als reiner Suchtstoff deklariert werden kann. Bei den psychedelischen Pflanzen und Pilzen ist Letzteres definitiv nicht der Fall, denn Psilocybin, Meskalin, DMT und Co. weisen weder ein Suchtpotenzial auf, noch sind sie im Gebrauch dermaßen heikel, dass eine ernsthafte Gesundheitsgefahr mit dem Konsum einhergeht.

Die Richtung, in die sich die globale Drogenpolitik entwickelt, ist eine insgesamt positive. Die Menschheit erkennt allmählich, dass es zwischen den verschiedenen „Drogen“ deutliche Unterschiede gibt – dies gilt vor allem für die psychedelischen Pflanzen und Pilze, von denen keine Abhängigkeitsgefahr ausgeht.

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