Drogenmündigkeit: Eine Welt, die uns gefällt

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Drogenmündigkeit. Ein Kommentar.

Stellen wir uns vor, jeder Mensch dürfte von Gesetzes wegen genau die Substanz für sich wählen, die er oder sie möchte. Ohne jede Repression.

Drogengesetze würden sich auf kontrollierte Herstellung und den korrekten Vertrieb sowie auf Angelegenheiten des Jugendschutzes beschränken. Dann würden sich Menschen zusammentun und gemeinsam Zauberpilze essen oder LSD schlucken. Eingekauft beim spezialisierten Fachhändler, zum Beispiel beim örtlichen Apotheker.

Drogen in der Apotheke

Andere würden Amphetamine, Kokain oder 2C-B aus der Apotheke holen und sich damit von Zeit zu Zeit das sexuelle Leben versüßen. Die nächsten würden Cannabis oder Opium rauchen, um zu entspannen, andere Meskalin oder DMT verwenden, um spirituelles Verständnis zu erlangen oder um die Meditationspraxis zu bereichern.

Manche würden die Drogenmündigkeit für empathogene und öffnende Eigenschaften eines MDMA-Erlebnisses nutzen, um sich für den Alltag zu erden, um psychische Belastungen zu lindern oder um eine kritische Lebenssituation zu meistern, Ärzte und Therapeuten könnten die heilsamen Eigenschaften psychoaktiver Stoffe nutzen, um ihren Patienten die jeweils passende Behandlung angedeihen zu lassen.

Wissenschaftler würden zur Lösung ihrer kniffeligsten Probleme Psychedelika nehmen, was de facto bei einigen Forschern schon lange der Fall ist, allerdings heutzutage notgedrungen im Untergrund, heimlich, still und ohne Aufsehen zu erregen praktiziert wird.

Was für ein Bild, das wir uns da vor unserem inneren Auge aufbauen.

Für die einen das Paradies, für andere in den schlimmsten Alpträumen nicht vorstellbar.

Worst Case?

Kommt die Frage auf: Was würde sich, wenn es so wäre, wie oben beschrieben, im Vergleich zu heute wohl ändern? Käme man auf die Idee, diese Frage den Suchtexperten und Prohibitionisten von heute zu stellen, würden diese das gezeichnete Traumbild sicherlich als Worst-Case-Fall bewerten (obwohl es in der 25.000 Jahre währenden Geschichte des Menschen erst seit knapp hundert Jahren die Drogenprohibition gibt; man beachte, welche Gehirnwäsche in der kurzen Zeit betrieben wurde!).

Die Welt würde angesichts solcher Zustände ganz gewiss in ein heilloses Chaos versinken (als ob sie das nicht bereits täte), überall würden Junkies und Suchtbolzen durch die heruntergekommenen Städte wanken, immer nur auf den nächsten Flash erpicht. Immer mit der Nadel im Arm oder dem Schnupfröhrchen in der Nase. Die Kinder würden allesamt zu bildungsfremden Asozialen, die nichts mehr lernen, zu nichts mehr zu gebrauchen sind, die Gesellschaft würde letztlich zerfallen.

Wir müssen solchen Unsinn zum Glück nicht glauben.

Drogen einbetten

Auch heute sind psychoaktive Drogen in die Gesellschaften dieser Welt eingebettet, und sie fordern natürlich immer wieder ihre Opfer. Da müssen wir gar nichts schön reden. Schauen wir nur auf unseren Kulturkreis. Alkoholiker, Medikamentenabhängige, Nikotintote. Es ist nicht von der Hand zu weisen.

Um wieviel größer aber ist die Anzahl derer, die einen vernünftigen und unschädlichen Gebrauch ihrer Lieblingsdrogen praktizieren? Das ist doch das Interessante an der Drogenlüge. Niemand bezweifelt, dass die Phänomene Sucht und Abhängigkeit ein Thema sind. Aber es betrifft stets nur einen kleinen Kreis von Menschen, die mit derartigen Problemen zu kämpfen haben. Und die wird es immer geben.

Zehn Prozent der User laufen Gefahr, die Kontrolle zu verlieren. Dagegen stehen jedoch 90 Prozent der Drogennutzer, die keinerlei Probleme durch ihren Konsum bekommen. Dabei sind Sucht und Abhängigkeit ohnehin nicht substanzgebunden, sie werden nicht einmal von den Substanzen hervorgerufen, sondern allenfalls unterstützt.

Soziale Zusammenhänge

Es sind die sozialen Zusammenhänge, die genetischen bzw. charakterlichen Veranlagungen und nicht zuletzt die vergangenen und/oder gegenwärtigen Lebensumstände, die einen Menschen in die Abhängigkeit treiben. Und wenn kein „Suchtgift“ zur Hand ist, tut es auch das Internet, die Spielhalle oder der gefüllte Kühlschrank.

Die Sucht hat viele Gesichter und ist beileibe nicht auf psychoaktive Drogen beschränkt. Dennoch entwickeln manche – die erwähnten zehn Prozent – ungesunde und unkontrollierte Verhaltensmuster in Bezug auf die Einnahme von Drogen.

Drogenmündigkeit leben

Aber: Die meisten Menschen sind in der Lage, trotz gelegentlicher oder gar regelmäßiger Berauschung ein normales Leben zu führen, ihren Jobs nachzugehen, ihre Kinder zu erziehen und alltäglichen Problemen mündig und vernunftbasiert zu begegnen.

Und das wäre auch mit der vielzitierten Drogenmündigkeit so.

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