Terpene – Gift für Hunde und Katzen

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Unbewusstes Tierexperiment mit eigenem CBD-Extrakt

Text: Robert Brungert

Weshalb gibt es CBD-Extrakte für Hunde und Katzen? Damit die Kunden die Idee haben, CBD bei ihren kränkelnden Haustieren anzuwenden – reines Marketing so die einstige Vermutung. Da die eigene Katze Dgani auch schon etwas älter ist, sich häufig übergeben musste und CBD den Magen beruhigen kann, wurde sie zur Patientin.

Zuerst mit einem gekauften CBD-Extrakt, später mit einem Vollauszug aus THC-armem Hanfblütentee. Noch später ergab die Recherche, dass Terpene für Hunde und vor allem Katzen giftig sind. Sie können Terpene nicht verstoffwechseln und scheiden diese ungenügend aus. Genau deswegen soll auch kein Teebaumöl gegen Milben auf den Tieren angewendet werden. Für andere Tiere ist diese Unverträglichkeit nicht bekannt. Zumindest erschien Dgani bereits in Ausgabe 2/2019.

Dgani musste nüchtern in die Vollnarkose zur Zahnsteinbehandlung. Dafür wurde sogar einige Tage zuvor das CBD-Olivenöl abgesetzt, damit es keinerlei Komplikationen mit dem Narkosemittel geben kann. Da die 12-jährige Katze bereits nüchtern sein musste, sollte trotz guten Zustands eine Routineuntersuchung stattfinden. Mit dieser Untersuchung kam zum Vorschein, dass Dgani leider eine chronische Schilddrüsen-Überfunktion hat. Die haarige Prinzessin muss also von nun an Tabletten (in Schweinefleisch-freier Geflügelleberwurst) nehmen und bleibt noch einige Jahre in einem guten Zustand.

Der empfindliche Magen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Begleiterscheinung der Schilddrüsenüberfunktion. Wie im Artikel berichtet, ließ sich das übermäßige Kotzen mit CBD-Olivenöl behandeln. Mit der Erkenntnis, dass Terpene für die Katze giftig sind, wurde das CBD für mehrere Monate abgesetzt. Das Kotzen kam leider wieder zurück. Dgani hat aber nur etwas zu viel Cholesterin und eine leichte Auffälligkeit an den Nieren, aber keinen Nierenschaden.

Die Tierärztin versichert, dass die Schilddrüsen-Überfunktion nicht eine Folge der CBD-Einnahme ist, sie schließt das ganz sicher aus. Auch das Blutbild mit der Auffälligkeit der Nieren sei in diesem Alter normal. Leider kann die Schilddrüsen-Überfunktion oder das Medikament auf Dauer auf die Nieren schlagen. Sie möchte sich aber nicht zur Verabreichung von CBD an Haustiere äußern.

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CBD-Öl aus Hanfblütentee

Vermutlich können Katzen und Hunde Minimalkonzentrationen Terpene abbauen, mehr aber auch nicht. In freier Natur kommen sie mit diesen immerhin auch in Kontakt, nehmen diese aber nicht in nennenswerten Mengen auf. Die Überlegung war, ob für Dgani ein teures CBD-Öl gekauft wird.

Über ein Jahr hatte Dgani das eigene CBD-Olivenöl eingenommen. Wieso hat sie keinen schweren Schaden genommen? Die Antwort lautet vermutlich, dass während der Decarboxylierung der Großteil der Terpene aus dem Hanfblütentee verflogen ist. Bevor der Hanfblütentee in Olivenöl gelöst und erhitzt wird, soll er bei 100 Grad für zehn Minuten auf dem Backblech liegen, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann. Genau deswegen empfehlen Cannasseure, Hanfblüten im Einmachglas mit hitzebeständigem Gummiring zu erhitzen.

Wenn das CBD-Olivenöl hingegen für Hunde oder Katzen sein soll, müssen sämtliche Terpene entweichen. Also wurde dieser Schritt mit dem Erhitzen auf dem Backblech mit jeweils einem Tag Abstand und 30 Minuten anstelle von zehn Minuten dreimal vorgenommen. Dann erst ging es mit der Decarboxylierung in Olivenöl weiter, wie sie in Ausgabe 6/2018 beschrieben wird. Wenn Dgani bislang in über einem Jahr höchstens einen minimalen Schaden genommen hat, dann sollte sie mit deutlicher Reduktion der Terpene auf fast Null nun kaum noch einen Schaden nehmen können. Möglicherweise wirkt CBD sogar schützend?

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CBD-Öl herstellen

Die Kotzerei galt mehrere Monate als ausgeheilt. Dann ging es wieder los, also wurde erneut CBD-Olivenöl verabreicht. Für die gleichbleibende Wirkung soll es alle sechs bis acht Stunden gegeben werden. Die Kotzerei hat sich schnell gebessert. Zuerst lag der Verdacht nahe, dass sich bei einem überlangen Erhitzen auf dem Backblech nicht nur Terpene, sondern auch Cannabinoide verflüchtigen. Das wäre naheliegend. Wasser, Alkohol oder andere Flüssigkeiten verdunsten auch, bevor sie sieden und damit verdampfen. Vermutlich gehen durch ein überlanges Erhitzen auch Cannabinoide in die Luft über, aber langsamer als Terpene. Das CBD-Olivenöl scheint letztendlich genügend stark zu sein. Bei Dgani ist der Nutzen höher als ein eventueller Schaden.

Wird hier das selbstproduzierte CBD-Olivenöl für die Behandlung von Hunden und Katzen empfohlen? Jain. Wer gut bei Kasse ist, auf Nummer sicher gehen will oder ein Tier mit Nierenschaden hat, sollte ein passendes CBD-Extrakt für Haustiere verwenden. Wer seine Katze oder seinen Hund sonst nicht behandeln könnte, kann sich jedoch mit mehrfach erhitztem Hanfblütentee und etwas Olivenöl behelfen.

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