Know to Grow: Wilde Nützlinge (1)

Soft Secrets
22 Jan 2019

Know to Grow: Freilebende Nützlinge für den Pflanzenschutz

Im Rahmen unserer kleinen losen Reihe für Einsteiger ins Cannabisgrowing betrachten wir als Vorbereitung auf die nächste Growsaison diesmal einige wilde Nützlinge, also freilebende Insekten aus der Natur, die unseren Pflanzen einen guten Dienst im Kampf gegen Schädlinge leisten können. Sichelwanzen, zoologisch Nabis-Arten, gehören zu den Langwanzen und sind Insektenräuber. Einige sind im deutschsprachigen Gebiet beheimatet, jedoch nicht kommerziell verfügbar. Ausgewachsene Sichelwanzen sind länglich und feingliedrig mit Vorderbeinen, die denen der Gottesanbeterin ähneln, und dazu dienen, Opfer festzuhalten. Die meisten Sichelwanzen werden bis etwa 2 Zentimeter lang und sind braun, grau oder gelb-braun. Sie haben einen gebogenen Schnabel und hervorstehende Augen an ihrem schmalen Kopf. Jungtiere sehen ähnlich aus, haben aber keine Flügel und sind kleiner. Ausgewachsene und junge Sichelwanzen fressen Blattläuse, Spargelhähnchen, Raupen, Kartoffelkäfer und deren Larven, Zikaden, Sägewespen-Larven, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliegen und andere Insekteneier. Sichelwanzen haben Stech- und Saugwerkzeuge. Sie fangen und halten ihre Opfer mit den Vorderbeinen, stechen deren Körper mit ihrem Rüssel auf und saugen den Saft heraus. Sichelwanzen können für mehr als zwei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber sie fressen sich irgendwann gegenseitig, wenn kein anderes Futter mehr verfügbar ist. Es gibt Tausende Arten von Laufkäfern. Sie kommen überall in der Welt vor, auch in deinem Garten. Man kann sie nicht käuflich erwerben. Jungtiere sind Engerlinge, dunkelbraun oder schwarz mit 10 Körpersegmenten, die sich zum Hinterkörper hin verjüngen. Ausgewachsene Käfer sind glänzend und schwarz, blau, gold, metallik-grün oder rot mit längslaufenden, gezahnten Flügeldecken. Der Kopf ist kleiner als der Brustbereich und trägt fadenähnliche Fühler. Sie werden bis zu 4 Zentimeter groß. Engerlinge und adulte Tiere haben große Unterkiefer, die dazu dienen, Opfer zu erfassen und zu verschlingen. Sie bewegen sich schnell und sind rasch verschwunden, wenn man sie stört. Laufkäfer fressen andere Käfer, Raupen, Würmer, Grashüpfer, Maden, Mottenlarven, Schnecken und andere Insekten, die als Larven im Boden leben. Sie fassen ihre Beute und zermalmen sie mit ihren kräftigen Kiefern. Laufkäfer jagen gewöhnlich bei Nacht und verstecken sich während des Tages. Obwohl man die Käfer häufig im Haus finden kann, sind sie doch keine Schädlinge für uns und leben lieber draußen. Ausgewachsene Käfer überwintern unter Pflanzenabfällen, an verrottendem Holz oder im Erdboden. Biete den Käfern Verstecke in Form von Brettern, Steinen und Trittsteinen in deinem Garten. Wenn du viel Klee um deinen Garten hast oder andere mehrjährige Pflanzen, dann lockt auch das Laufkäfer an. Es gibt weltweit über 7000 Raubfliegen-Arten – sie sind in unseren Gärten häufige Gäste. Ausgewachsene Raubfliegen sind recht groß, manche Art wird bis zu 4 Zentimeter lang. Sie sind gewöhnlich grau bis schwarz mit zuweilen gemusterten Segmenten und kontrastreicher Farbgebung. Ihre Körper sind meist behaart, länglich und verjüngen sich zum Ende hin. Sie haben große, auffällige Augen und eine Mulde auf dem Kopf zwischen dem Augenpaar. Die Beine sind lang, kräftig und borstig, um Beutetiere ergreifen und halten zu können. Die Larven leben als winzige, abgeflachte Maden im Erdboden. Raubfliegen fressen Bienen, Käfer, Fliegen, Libellen, Grashüpfer, Spinnen, Wanzen und Wespen. Ausgewachsene Raubfliegen lassen sich an speziellen Standorten nieder, zum Beispiel an offenen, sonnigen Stellen. Entdecken sie Beute, schwirren sie los, fangen ihre Opfer aus der Luft und injizieren ihnen ein Gift, um sie innerlich aufzulösen. Dann suchen sie sich mit dem Mahl ein schattiges Örtchen und lassen es sich schmecken. Anschließend setzt sich die Raubfliege wieder an ihren sonnigen Platz und wartet erneut auf Beute. Im Herbst legen die Weibchen ihre Eier am Boden ab. Die Brut schlüpft, und die Raubfliegen-Larve lebt für ein bis drei Jahre im Erdboden. Im Frühling ernähren sich die Larven von Pflanzenmaterial, von im Boden lebenden Larven und anderen Insekten. Sie verpuppen sich schließlich im frühen Sommer und erscheinen im Herbst als adulte Raubfliegen. Im zweiten Teil dieser Betrachtungen schauen wir uns weitere Nützlinge an, die in unserem Garten als Aufpasser und Wächter dienen können.
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